Revolution der Geschäftsmodelle durch 3D-Drucker

Die Natur ist mannigfaltig. Die Technik hilft dabei.

Während wir die Globalisierung und die damit einhergehende Massenproduktion hinterfragen, ob der Markt nicht dadurch zu grob segmentiert ist, kommt der Zeitgeist der Personalisierung und der Individualisierung immer stärker mit Hilfe von der neuen Technik zum Ausdruck. Zum Glück leben wir in einer Zeitepoche, wo die technischen Lösungen nicht sündhaft teuer sind wie vor zwanzig Jahren, (Das erste Smartphone von 1996 war viel teurer als jetzt), so können wir erst die Tendenz der Revolution der Geschäftsmodelle merklich spüren.

Der 3D-Druck gehörte früher auch zu dem oberen Preissegment und ist jetzt wegen des ablaufenden Patents allgemein leistbar. Diese Techniken bringen die Geschäftsmodelle nach und nach zur stillen Revolution.

3D-Druck – ein additives Fertigungsverfahren

Die grundsätzlichen Funktionsweisen von dem 3D-Druck sind folgendes:

  • Der 3D-Druck braucht keine Textdatei als Vorlage wie bei den üblichen Druckern, sondern eine mit CAD-Software entworfene Vorlage.
  • Der 3D-Drucker empfängt die Vorlage. Das auszudruckende dreidimensionale Modell wird mit mehreren dünnen Schichten eines Materials aufgetragen und verfestigt – die sogenannte additive Fertigung.
  • Als Druckmaterial können Pulver, bestimmte Flüssigkeit oder schmelzbares Material verwendet werden, z.B. Keramik, Kunstharz etc. Sie sind durch Erwärmen weich und formbar.
3D-Druck mit der additiver Fertigung

Der 3D-Druck mit der additiven Fertigung arbeitet schnell und preisgünstig.

Kosteneinsparungen in der industriellen Montage

Der amerikanische Autokonzern General Motors hat seit der Einführung der 3D-Drucker über 300.000 US-Dollar im Montagewerk gespart. Früher wurden die Werkzeuge, Vorrichtungen und Armaturen auf traditionelle Art aus Metall produziert und die Kosten für einen Produktionsvorgang betrugen Hunderte oder Tausende von US-Dollar. Nun kostet ein ausgedrucktes Werkzeug nicht einmal mehr 3 US-Dollar. Außerdem sind die Verbesserung und die Korrektur der Werkzeuge durch 3D-Druck auch schneller und kostengünstiger geworden. General Motors plant bereits die standardisierte Herstellung der Werkzeuge in all seinen Standorten.

Mit dem 3D-Druck kann die Fertigung der Produkte ohne nötige Lagerung vor Ort produziert werden. Diese Eigenschaft lässt einige Medien die Tendenz prophezeien, dass die Industrien aus Niedriglohnländern zurückkommen und im Inland den Beschäftigungsgrad erhöhen könnten. Wenn diese Voraussage stimmt, sind die globalen Geschäftsmodelle schon schleichend auf dem Weg zur Revolution.

Der schnelle und billige Prototypenbau

General Motor ist nicht das einzige Industrieunternehmen, das den 3D-Druck für die Produktion einsetzt. Laut des Digitalverbands Bitkom haben 28 Prozent der deutschen Industrieunternehmen 3D-Druck-Technologie im Einsatz. Der 3D-Druck ist deswegen so beliebt, weil die Entwicklungs- und Produktionszeiten dadurch verkürzt werden. Früher musste man um einen komplexen Prototypen zu bauen  Gießen, Fräsen, Schleifen, Bohren und Drehen als notwendige Verfahren einsetzen. Jetzt ist der Prototypenbau aller komplexen Modelle über die additive Fertigung einfacher, schneller und billiger geworden.

Nicht nur im Bereich der Industrie, auch im Kunstbereich ist 3D-Druck sehr nachgefragt, da die früher unrealistischen Ideen jetzt durchführbar sind. Hiermit wurde z.B. Michelangelos David mittels des 3D-Druckers trotz der Größe detailliert gescannt, modelliert, verfeinert und ausgedruckt. Es ist vorstellbar, dass die in der Geschichte verloren gegangenen oder defekten Kunstwerke und sehenswerten Ruinen durch 3D-Druck von Neuem modelliert und restauriert werden können. Möglicherweise können auf diese Weise sogar neue Entdeckungen zu der wissenschaftlichen Forschung beitragen.

space-1212428_1920

Mithilfe von dem 3D-Druck können wir mehr von der Welt wissen.

Online-Plattformen mit dem 3D-Druck

Da es immer mehr Nachfragen zu dem 3D-Druck gibt, bringen manche Plattformen 3D-Interessenten und 3D-Druck-Dienstleister zusammen. Je mehr Interessenten sich auf der Plattform versammeln, desto attraktiver wird diese für die 3D-Druck-Abbieter und umgekehrt. Von diesem Two-Sided Market profitiert die Plattform und verdient das Geld durch Revenue Sharing. Unter anderen ist Vovoo ein solcher Marktplatz. Hier können die Interessenten, die z.B. bei Thingiverse oder anderen CAD-Verzeichnissen ein attraktives Modell gefunden haben, eine Auktion erstellen. In der Auktion stehen die Anforderungen an die Fertigung, wie z.B. der gewünschte Preis, die Qualität und die Lieferung. Die Interessenten können dadurch die Leistungen der 3D-Druck-Anbieter vergleichen, während die 3D-Druck-Anbieter die Angebote der Konkurrenten einsehen und deren Informationen für eigene Verbesserung sammeln können.

Ezepio ist eine andere solche Online-Plattform. Auf dieser Plattform kommen die Modelldesigner, die ihre umfangreichen, vielfältigen Ideen verwirklichen und verkaufen wollen, und die 3D-Drucker-Dienstleister, die durch den eigenen Drucker Geld verdienen wollen, zusammen. Ezepio bietet sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Modelle zum 3D-Druck an. Die Interessenten können hier eigene entworfene Modelle hochladen und verkaufen. Aufgrund dessen profitiert Ezepio auch von dem User-Designed Modelldaten. Dazwischen ist der Marktplatz Vovoo im Internet verschwunden und die meisten 3D-Druck-Plattformen haben das gleiche Geschäftsmodell wie bei Ezepio. Es ist zu vermuten, dass die Kunden der 3D-Druck-Plattform großen Wert darauf legen, eigene Modelle zu designen und zu vermarkten.

Früher lohnte es sich für viele Geschäfte nicht, den Kunden von der kleinen Interessengruppe zu bedienen. Heutzutage sind viele solche Kunden über Online-Plattform leicht erreichbar und ihre Modelle sind auch durch 3D-Drucker realisierbar. Die regelmäßigen Aufträge von den kleinen Interessengruppen sichern den Gewinn der 3D-Druck-Anbieter und der Online-Plattform ab. Von daher lässt sich hier das Geschäftsmodell „Long-Tail“ erkennen.

mountains-2086356_1920

Der 3D-Druck ermöglicht die Nischen-Geschäftsideen.

Fazit

Immer mehr neue Geschäftsideen mit dem 3D-Druck sind inzwischen entstanden. Von den kundenindividuellen Stühlen gegen Rückenschmerzen, über die personalisierte Zahnschiene, Prothesen bis hin zu den individuellen Schuhen, als Grundprinzip wird Customization stetig betont. Der weltberühmte Bildhauer Auguste Rodin sagte einmal: „Die Schönheit ist überall. Es ist nicht die Schönheit, welche uns in unserem Leben fehlt, sondern die Augen, um die Schönheit zu finden.“ Im Kontext von dem 3D-Druck kann das Wort „Schönheit“ auch gegen das Wort „individuelle Bedürfnisse“ ausgetauscht werden. Heutzutage ist der 3D-Druck nicht mehr kostspielig. Seine Bezahlbarkeit und Effizienz sowie geographische Flexibilität können die Geschäftschancen, die durch Entdeckung der Bedürfnisse der Kunden entstanden sind, leicht verwirklichen. Das Wichtigste ist es , so eine Nische zu finden.

Autor: Shuang Qiu

Quellen

General Motors spart mit 3D-Drucker in ersten drei Jahren bereits 300.000 US-Dollar

Italiens Hersteller WASP präsentiert zwei neue Keramik-3D-Drucker – und lässt sie von Künstlern testen

Mit „ezepio“ neuer Online-Marktplatz für 3D-Modelle und 3D-Druck-Dienstleistungen gestartet

Mehr als jedes vierte Industrieunternehmen setzt auf 3D-Druck

Vovoo findet den günstigsten 3D-Druck-Anbieter

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s