Foodora – Geschäftsmodell der Lieferdienste im Detail

Über das Unternehmen Foodora

Foodora ist ein Lieferservice für Restaurants, welcher im Februar 2014 gegründet wurde. Seit September 2015 gehört das Unternehmen der Delivery Hero GmbH. Die Besonderheit des Unternehmens besteht darin, dass alle Bestellungen mit dem Fahrrad geliefert werden. Diese Art von Lieferung ist vom Straßenverkehr unabhängig, und damit ist eine schnelle Lieferung garantiert. Zu der Fahrerflotte von Foodora gehören etwa 5.500 Fahrradfahrer. Diese sind in mehr als 60 Städten und 10 Ländern, wie z.B. Italien, Frankreich und den Niederlanden, tätig. Mit mehr als 9000 Partnerrestaurants arbeitet die Foodora zusammen und erzielte im Jahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 45 Millionen Euro.

Im Folgenden werde ich das Geschäftsmodell von Foodora anhand der neun Segmente des Business Model Canvas erörtern.

Business Model Canvas

Was ist das Business Model Canvas?

Das Business Model Canvas hilft dabei, ein komplexes Geschäftsmodell zu analysieren und zu visualisieren. Die Leinwand des Business Model Canvas enthält neun Bereiche mit Schlüsselfaktoren, welche mit Inhalt gefüllt und in eine sinnvolle Beziehung zueinander gebracht werden. Im Folgenden werden diese neun Bereiche mit den wesentlichen Aspekten des Geschäftsmodells von Foodora erläutert.

businessmodelcanvas-foodora

Business Model Canvas – Foodora

Customer Segments

Wer sind die wichtigsten Kunden für Foodora?

Die wichtigsten Kunden für Foodora sind Singles und Familien sowie Geschäftsleute und Studenten. Restaurants werden von Foodora als Partner betrachtet.

Customer Relationships

Wie können neue Kunden gewonnen und gebunden werden?

Um neue Kunden zu gewinnen und konsequent an sich zu binden, gewährleistet Foodora die hohe Qualität des Essens und bietet einige Sonderangebote an. Außerdem stellt Foodora einen Live-Kundensupport zur Verfügung. Innerhalb eines Chat-Fensters auf der Webseite und der App können die Kunden unmittelbar Fragen stellen und sich über Essenangebote informieren. Foodora bietet zudem eine schnelle Lieferung an.

Channels

Wie erfahren die Kunden von Foodora bzw. dem Angebot?

Foodora nutzt viele Social Media Plattformen, um die Partner-Restaurants bzw. die aktuellsten Angebote zu präsentieren. Nicht nur textuelle Beschreibungen, sondern auch Bilder der Produkten bzw. Essen sind auf verschiedenen Plattformen zu findenDas einheitliche magentafarbene Design des Unternehmens und zahlreiche aushängende Plakate wecken ebenso die Interesse der Kunden. Die Kommunikation mit den Kunden erfolgt online über die Webseite und die Foodora-App.

Value Propositions

Welche Probleme des Kunden löst Foodora und welche Bedürfnisse werden befriedigt?

Durch die Online Bestellung bei Foodora wird Hunger gestillt ohne selbst kochen zu müssen. Zu dem bestellten Essen müssen keine Getränke bestellt werden und die Lieferung erfolgt direkt vor die Haustür. Somit wird nicht nur Geld, sondern auch Zeit gespart. Die Quantität sowie die Qualität der Partner-Restaurants von Foodora garantiert ein vielfältiges und attraktives Essensangebot. Durch den einfachen Bestellprozess können Kunden schnell über die Webseite oder über die Foodora-App ihr Essen bestellen. Die Bezahlung erfolgt online und direkt im Rahmen des Bestellvorgangs. Dafür stellt Foodora den Kunden mehrere Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Durch den schnellen Lieferservice und die hochwertigen Gerichte kann Foodora die Bedürfnisse der meisten Kunden befriedigen.

Key Activities

Welche Tätigkeiten sind am wichtigsten, um das Geschäftsmodell in die Tat umzusetzen?

Foodora zeichnet sich durch eine sehr schnelle Lieferung aus. Die eingehenden Bestellungen werden dabei direkt an den Fahrradfahrer weitergeleitet. Jeder Fahrradfahrer ist für einen Bereich zuständig, in dem sich ein Partner-Restaurant befindet, um eine Lieferung innerhalb von 30 Minuten zu garantieren. Dank dieser Art der Lieferung bietet Foodora eine schnelle Lieferung an. Foodora folgt den Trends und bietet den Kunden verschiedene Zahlungsmethoden an. Des Weiteren gilt Foodora als Vermittler zwischen Kunden und Restaurants. Expandieren ist für Foodora auch sehr wichtig, weswegen die Angebote ständig erweitert werden.

Key Ressources

Welche Ressourcen sind für Foodora unverzichtbar?

Die wichtigsten Ressourcen für Foodora sind die Partnerschaften mit zahlreichen Restaurants sowie die Fahrradfahrer, die das Essen ausliefern. Eine weitere wichtige Ressource für Foodora sind die verfügbaren Bestellplattformen, auf denen der Kunde sein Essen bestellen kann, weil sonst keine Aufträge reinkommen würden.

Key Partners

Wer sind die wichtigsten Partner für Foodora?

Die wichtigsten Partner für Foodora sind Restaurants, welche keinen eigenen Lieferdienst haben. Das Unternehmen kooperiert mit vielen unterschiedlichen Restaurants. Es fängt bei McDonald’s an und geht bis hin zu Restaurants mit zwei Sternen.

Revenue Streams

Welche Einnahmequellen hat Foodora?

Foodora verlangt von seinen Partner-Restaurants eine Provision von rund 30%, wenn die Bestellung über die Webseite oder die Foodora-App erfolgt. Diese Provision ist unabhängig davon, ob die Bestellung vom Fahrradfahrer ausgeliefert wird oder vom Kunden selbst abgeholt wird. Je nach Restaurant müssen die Kunden Liefergebühren zwischen 2,50 bis 4,90 Euro bezahlen. In den meisten Fällen werden pauschale Gebühren in Höhe von 2,90 Euro festgelegt. Dieser Preis ist dabei unabhängig vom jeweiligen Restaurant und Bestellwert.

Cost Structure

Was sind die wichtigsten Ausgaben, ohne die das Geschäftsmodell nicht
funktionieren würde?

Foodora investiert viel Geld für das Marketing, um die Aufmerksamkeit der Kunden zu wecken. Nichtsdestotrotz sind die Kosten für das Personal die größte Ausgabe des Unternehmens.

Einordnung des Geschäftsmodells

Die Untersuchung der Geschäftsmodellmuster (Patterns) für Foodora basiert auf Basis des St. Galler Business Model Navigators. Dabei wurden folgende Patterns identifiziert: Open Business Model, E-Commerce, Layer Player sowie Shop-in-Shop. Im Folgenden werde ich erklären, was diese vier Patterns bedeuten und wie diese auf Foodora zutreffen.

Open Business Model

Open Business Model ist ein auf Kooperationen basiertes Geschäftsmodell, um dadurch die eigene Effizienz zu steigern.

Foodora als Zulieferer betreibt keine eigene Restaurants, sondern agiert mit den Restaurantbetreibern als Partnern. Das Unternehmen bereitet das Essen also nicht selbst zu, sondern überlässt diese Dienstleistung Dritten (Partnern). Dieses Pattern spiegelt sich in der Definition des Open Business Models wider.

E-Commerce

Dieses Geschäftsmodell Pattern ermöglicht die Abwicklung von Transparenz online. Neben den eigentlichen Transaktionen (elektronischer Austausch von Geld und Waren), spielen Service und Support ebenfalls eine Rolle.

Foodora bietet den Kunden eine komfortable Online Plattform zum Bestellen von diversen Mahlzeiten an. Dabei kümmert sich Foodora ebenfalls um die Zahlungsabwicklung sowie Anfragen durch Kunden oder Partner. Kunden haben dabei ein breites Spektrum an Mahlzeiten, weil Foodora mehrere verschiedene Restaurants als Partner im Angebot hat. Diese werden übersichtlich und strukturiert auf der eigenen Plattform angeboten.

Layer Player

Beim Layer Player geht es darum, wenn sich ein Unternehmen auf eine oder mehrere Aktivitäten in der Wertschöpfungskette fokussiert.

Das Zubereiten der Mahlzeiten ist die Aufgabe der Partnerrestaurants von Foodora. Um alle restlichen Schritte wie die Kundenakquise, Bezahl- und Bestellplattform und die Lieferung der Bestellung an den Endkunden, kümmert sich Foodora. Alle Restaurants kommen als potentielle Partner für Foodora als Layer Player in Frage, sofern sie eine Onlinepräsenz, Lieferservice oder Akquise wollen.

Shop-in-Shop

Shop-in-Shop ist ein Konzept, bei dem Handels- oder Dienstleistungsgeber ihre Verkaufsräume innerhalb eines anderen Geschäfts einrichten, zum Beispiel mehrere Modeläden innerhalb einer Mall.

Das etablierte Modell wird auch auf eine Art und Weise auf Foodora angewendet, denn ein Partnerrestaurant von Foodora in Bezug auf die Sortimentsgestaltung des Essensangebots ebenfalls grundsätzlich frei ist, die zentrale und einheitliche Darstellung des Angebotes geschieht allerdings auf der Foodora Plattform. Durch ein möglichst großes Angebot von Restaurants kann Kunden ein breites Spektrum an Produkten angeboten werden, was die Bündelung der Anbieter an einem “virtuellen” Ort mit gemeinsamer Abrechnung ermöglicht.

Fazit

Durch die Partnerschaften mit Restaurants, welche keinen eigenen Lieferservice anbieten, etabliert sich Foodora auf dem Markt der Lieferdienste. Die Anzahl der Partnerrestaurants wächst stetig, weshalb auch Foodoras Umsatz steigt. Der Markt des Online Essens-Lieferservice scheint hart umkämpft und es bedarf viel Aufwand, um sein Angebot zu etablieren. Nicht ohne Grund vereinigten sich die bekannten Plattformen pizza.de und lieferheld.de mit Foodora und werden damit vom gleichen Inhaber – Delivery Hero GmbH – geführt. Weitere Anreize das Portfolio zu erweitern sind durch relativ einfache Mittel möglich und sollten von Foodora in Betracht gezogen werden, um gegen die Konkurrenz vorzugehen. Unternimmt Foodora keine Maßnahmen, kann es schnell passieren, dass einzelne Konzepte einfach durch die Konkurrenz kopiert werden können und so das Alleinstellungsmerkmal nicht mehr gegeben ist.

Autor: Qingyao Liu

Slideshare der vollständigen Ausarbeitung

Quellen

Foodora in der Schnellübersicht

So steht es um Foodora

Press kit

Wer geliefert ist: Arbeiter bei Foodora und Amazon kämpfen für bessere Arbeit

Foodora-Mitgründer wehrt sich gegen die größte Kritik seiner Fahrer

Foodora: Liefer-Start-up baut Angebot aus

O. Gassmann und K. C. M. Frankenberger, Geschäftsmodelle entwickeln – 55 innovative Konzepte mit dem St. Galler Business Model Navigator, München: Carl Hanser Verlag, 2013.

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