Chefkoch.de – Das Geschäftsmodell des Kochportals im Detail

Bist du ein wahres Koch-Ass und begeisterst Freunde und Familie am Esstisch, oder beschränken sich deine Fähigkeiten auf Tiefkühlpizza in den Backofen schieben?

Spielt keine Rolle! Im Folgenden gehe ich auf das Unternehmen Chefkoch.de ein, welches sich sowohl für Kulinaren als auch für Kocheinsteiger ideal eignet.

Zum Unternehmen Chefkoch.de

Chefkoch.de ist ein Webportal rund ums Thema Kochen. Auf der Website stehen mehr als 300.000 Rezepte für jeden zur Verfügung. Zusätzlich werden eine Mobile-App, ein Online-Magazin, eine Vielzahl von Foren sowie viele Koch- und Backvideos angeboten. Das Kochportal hat über 3.500.000 angemeldete Mitglieder (Stand: 06.12.2016) und das digitale Gesamtangebot aus Website und App erreicht monatlich 21,12 Millionen Unique User. Damit zählt Chefkoch.de zu den reichweitenstärksten Onlineportalen in Deutschland. Daneben erzielt das Unternehmen mit dem CHEFKOCH-Magazin, einem monatlich erscheinenden Printmagazin, eine Reichweite von 1,08 Millionen Lesern pro Ausgabe. Das Angebot von Chefkoch.de richtet sich nicht nur an ambitionierte Hobbyköche, sondern auch an Kochanfänger und -interessierte. (Quelle: Wikipedia – Chefkoch.de)

Im Folgenden gehe ich auf das Geschäftsmodell von Chefkoch.de anhand der neun Segmente des Business Model Canvas ein.

Business Model Canvas

Beim Business Model Canvas handelt es sich um eine Vorlage, mit der es möglich ist,  Geschäftsmodelle zu entwickeln und bereits bestehende zu visualisieren. Hierzu werden wesentliche Elemente in ein übersichtliches System (Leinwand) gebracht, welches sich in neun Segmente gliedert.

Business Model Canvas1

Business Model Canvas – Chefkoch.de

Customer Segments

Welche Zielgruppen spricht Chefkoch.de an?

Das Angebot von Chefkoch.de richtet sich an Kochinteressierte aller Erfahrungsstufen. Sowohl Anfänger als auch erfahrende Hobbyköche nutzen das Kochportal, um z. B. Kochen zu lernen oder nach Rezeptideen zu stöbern. Neben den Kochinteressierten, sind Werbekunden eine weitere Zielgruppe. Diese suchen Chefkoch.de auf, um auf der Website für ihre Produkte zu werben.

Customer Relationship

Wie werden neue Kunden gewonnen? Wie wird die Beziehung aufrechterhalten?

Über Social-Media-Kanäle, wie z. B. Facebook, Twitter und Instagram werden sowohl neue Kunden gewonnen, als auch bestehende Kundenbeziehungen gepflegt. Interessierten bietet Chefkoch.de ein Newsletter-Abo an, um täglich oder wöchentlich neue Rezeptideen und Zubereitungstipps zu erhalten. Über ein Hilfebereich auf der Website können Kunden Support erhalten. Durch regelmäßige Events und Veranstaltungen baut Chefkoch.de die Kundenbeziehungen aus. Um Kunden zu motivieren, aktiv an der Community teilzunehmen, verteilt Chefkoch.de Ränge an Mitglieder entsprechend ihrer Aktivitäten und zeichnet die 200 aktivsten Benutzer der Community in einem Ranking aus.

Channels

Auf welchen Kanälen interagiert Chefkoch.de mit Kunden?

Die Kommunikation mit den Kunden erfolgt über die unternehmenseigene Website und die App. Durch die große Community-Sektion mit vielen Foren und einem Online-Magazin auf der Plattform gibt es viel Kommunikation mit den Kunden. Darüber hinaus ist Chefkoch.de stark auf Social Media Plattformen vertreten. Damit wird auch dort der Kontakt zu den Kunden aufrechterhalten. Mit der starken Präsenz im Social Media, gewinnt Chefkoch.de ebenfalls viele neue Kunden. Neben der digitalen Reichweite, interagiert Chefkoch.de über das monatlich erscheinende CHEFKOCH-Printmagazin mit seinen Kunden.

Value Proposition

Welche Probleme der Kunden werden gelöst? Welche Kundenbedürfnisse werden befriedigt?

Durch die kostenfreie Bereitstellung der Rezepte, ergibt sich ein bedeutender Mehrwert für den Kunden. Da die Rezepte jederzeit verfügbar sind und somit zu jeder Gelegenheit eingesehen werden können, wird dem Nutzer die Erleichterung gegeben durch die umfangreiche Rezeptbibliothek keine Kochbücher mitzunehmen oder gar zu kaufen. Außerdem kann durch die Bewertungsmöglichkeit der Rezepte, zwischen vielen Alternativen eines Rezeptes die Wahl erleichtert werden. Zudem wird durch die Such-Funktion den Nutzern eine individuelle Rezeptsuche geboten, mit der nach Rezeptbestandteilen, Zeitaufwand, Schwierigkeit, Gangart oder anderen Kriterien gefiltert werden kann. Ebenfalls kann der Kochanfänger durch Chefkoch.de erlernte Kochkünste, Freunde und Familie für sich begeistern. Des Weiteren ermöglicht das Forum und die Kommentarfunktion unter Rezepten einen Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern.

Key Activities

Was sind die wichtigsten Tätigkeiten um das Geschäftsmodell am Laufen zu halten?

Zu den wichtigsten Aufgaben von Chefkoch.de gehört die Instandhaltung sowie die Weiterentwicklung der Plattform, um den Kunden ein optimales Angebot bieten zu können. Weiter müssen redaktionelle Tätigkeiten für das Online- sowie das Printmagazin durchgeführt werden. Marketingaktivitäten tragen dazu bei, dass das Kochportal seine Position als Europas reichweitenstärkste Plattform im Bereich Kochen und Rezepte behaupten und ausbauen kann. Eine weitere Kernaufgabe ist es, neue Verträge mit Partnern und Werbekunden abzuschließen und bestehende Verträge aufrecht zu erhalten.

Key Ressources

Welche Ressourcen sind für Chefkoch.de unverzichtbar?

Um das umfangreiche Angebot den Kunden weiterhin anbieten zu können, braucht Chefkoch.de Ressourcen. Eine davon sind die Verträge mit den Partnern, welche für die Finanzierung unerlässlich sind. Daneben stellen die eingestellten Rezepte durch die erworbenen Copyrights eine weitere Ressource dar. Um eine große Plattform mit mehreren hunderttausend Rezepten zur Verfügung zu stellen, wird eine umfangreiche IT-Infrastruktur benötigt. Genauso wichtig sind die Mitarbeiter der Chefkoch GmbH, welche in den Bereichen Marketing, Kundenservice und IT, Unterstützung leisten. Wichtig zu erwähnen ist, dass dabei die Marke und der damit verbundene Bekanntheitsgrad von Chefkoch.de an sich, ebenso eine bedeutende Rolle spielt und die Website als seriös und qualitativ kennzeichnet.

Key Partners

Wer sind die wichtigsten Partner für Chefkoch.de?

Ein wichtiger Partner ist der Verlag Gruner + Jahr, der die Chefkoch GmbH in redaktionellen Bereichen unterstützt und durch seine langjährigen Beziehungen mit Werbetreibenden neue Werbekunden für Chefkoch.de akquiriert. Chefkoch.de profitiert außerdem von dem Erfahrungsaustausch mit den Machern der Seite essen-und-trinken.de, die ebenfalls zu dem Verlag gehört. Weitere Partner sind Unternehmen, für die Chefkoch.de als Vertriebspartner agiert (Affiliate-Marketing). Hierzu gehören Unternehmen wie WMF und Knorr.

Cost Structure

Was sind die Ausgaben des Unternehmens?

Die Kostenstruktur setzt sich aus Infrastruktur und Personalkosten zusammen. Zur Infrastruktur gehören die Gebäude und die gesamte IT-Infrastruktur. Der größte Block sind aber die Personalkosten der über 100 Mitarbeiter der Chefkoch GmbH.

Revenue Streams

Welche Einnahmequellen hat das Unternehmen?

Kommen wir nun zum spannendsten Teil: Womit verdient Chefkoch.de Geld? Da wäre zum einen durch die kostenpflichtige Club-Mitgliedschaft, wodurch der Kunde Vorteile gegenüber einer kostenlosen Mitgliedschaft genießt. Durch den Verkauf des Printmagazins und durch Aufrufe des YouTube Channels werden zusätzlich Einnahmen generiert. Der größte Teil der Einnahmen wird allerdings durch die Werbekunden und das Affiliate-System erzielt. Website und App sind großflächig mit Werbung versehen, die teilweise auf die persönlichen Vorlieben des Kunden abgestimmt ist. Durch das Vorstellen und Anpreisen von Produkten, vermittelt Chefkoch.de Kunden an andere Firmen. Kaufen die vermittelten Kunden die Produkte, erhält Chefkoch.de eine Provision.

Einordnung des Geschäftsmodells

Nach der Betrachtung der Segmente gehe ich nun auf die wichtigsten Geschäftsmodell-Patterns von Chefkoch.de ein: Affiliation, Cross Selling, Crowdsourcing, Hidden Revenue und Two-Sided Market. Die Patterns sind nach dem St. Galler Business Model Navigator zugeordnet.

Affiliation

Affiliation bezeichnet die Entlohnung von Dritten für die Zuführung von Kundschaft.

Chefkoch.de wirbt für Waren und Dienstleistungen der Affiliate-Partner. Dies sind i.d.R. Hersteller von Küchenprodukten oder Lebensmitteln. Chefkoch.de bleibt grundsätzlich, im Rahmen vorgegebener Richtlinien, ein großer Gestaltungsspielraum, die Waren oder Dienstleistungen des Verkäufers zu positionieren. Entscheidend ist, dass am Ende der Kunde auf die Internetseite des Verkäufers geleitet wird. Daraus ergeben sich verschiedene Provisionen für Chefkoch.de, je nachdem welche Aktion der Nutzer auf der Internetseite des Verkäufers durchgeführt hat (Kaufvorgang, Kontaktaufnahme, etc.).

Cross Selling

Das Leistungsangebot des Unternehmens wird um komplementäre Produkte und Dienstleistungen ergänzt.

Zusätzlich zur Website bietet Chefkoch.de eine App, ein Printmagazin, Produkttests und vieles mehr an. Vorteil dabei ist, dass immer dieselbe Kundengruppe angesprochen wird und keine signifikanten Kosten zur Akquise neuer Kunden entstehen. Damit decken sie eine größere Bandbreite des Bedarfs aus einer Hand und der Kunde nutzt dadurch eher die Angebote von Chefkoch.de als die von der Konkurrenz.

Crowdsourcing

Mit Crowdsourcing ist gemeint, bestimmte Aufgaben an externe Akteure auszulagern.

Damit ist bei Chefkoch.de das Erstellen und Publizieren von Rezepten gemeint. Chefkoch.de dient hier lediglich als Plattform, um Rezepte einer breiten Masse zur Verfügung zu stellen. Die Rezepte selbst kommen von den Mitgliedern. Dabei nutzt Chefkoch.de die Motive nach Anerkennung von der Crowd.

Hidden Revenue

Das Unternehmen generiert seinen Hauptumsatz nicht durch das Verkaufen eines Produkts oder einer Dienstleistung, sondern durch das Kommerzialisieren einer Werbefläche.

Chefkoch.de bietet für Werbekunden und Affiliate-Partner Werbeflächen an, damit diese dort ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren können. Dabei profitiert Chefkoch.de von seiner großen Reichweite, wodurch die Plattform für Werbekunden sehr attraktiv ist.

Two-Sided Market

Es existieren zwei unterschiedliche Nutzergruppen, die auf der Plattform eines Dritten zusammengeführt werden.

Dabei ist charakteristisch, dass je mehr Nutzer der einen Gruppe sich auf der Plattform versammeln, desto attraktiver wird sie für die andere Nutzergruppe. Bei Chefkoch.de treffen Kochinteressierte auf Werbende. Und ganz klar: Je mehr Kochinteressierte auf Chefkoch.de, desto attraktiver wird die Plattform für Werbende.

Fazit

Aufgrund der immensen Rezeptauswahl und -vielfalt ist Chefkoch.de die erste Anlaufstelle für Kochinteressierte in Deutschland. Die Plattform bietet gegenüber Kochbüchern den Vorteil, auf allen Endgeräten jederzeit abrufbar zu sein. Ein anderer Vorteil ist die kostenlose Nutzung. Durch die breite Palette an Produkten, wie dem Chefkoch Print- und Onlinemagazin, und dem YouTube-Kanal, richtet sich Chefkoch.de an verschiedenen Nutzergruppen aus und möchte diese bestmöglich erreichen. Aber nicht nur die Produkte, sondern die große Community mit dem hohen Erfahrungsaustausch machen Chefkoch.de einzigartig. Dadurch haben sie sich an die Spitze für das Thema Kochen gearbeitet.

Jedoch dürfen sie sich nicht durch den Ruhm ausruhen, denn die Konkurrenz im Bereich Kochen ist immens. Einige werben auch schon mit einer größeren Rezeptauswahl. Deshalb muss Chefkoch.de innovativ bleiben und die Kunden weiterhin mit neuen Ideen und Produkten erreichen, damit diese treu bleibt und nicht zur Konkurrenz wechselt.

Autor: Thomas Schlündt

Slideshare der vollständigen Ausarbeitung

Quellen

Ein digitaler Markenanker – die Community von Chefkoch.de

Chefkoch.de Website

CHEFKOCH digital – Reichweite

Wikipedia – Chefkoch.de

Gruner + Jahr kauft Chefkoch.de

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