Gastvortrag „Business Model Innovation“

Hast du schon mal was vom The Innovator’s Dilemma gehört? Hauptsächlich geht es um das Problem, dass Unternehmen alles „richtig“ machen können und trotzdem dem Risiko ausgesetzt sind ihre Marktführerschaft zu verlieren. Das liegt daran das sie sich hauptsächlich nur um ihre Kernprodukte organisieren und optimieren. Unerwartete Konkurrenten steigen in den Markt ein und übernehmen. Beobachten konnte man dieses Phänomen zum Beispiel in der Taxi – Branche, wo „Uber“ den ganzen Markt aufmischte.

Um nicht Opfer dieses Dilemmas zu werden, müssen alteingesessene Unternehmen Innovationen nicht den Start-ups überlassen, sondern vielmehr Innovation im Unternehmen fordern.

Diese Ansicht vertritt auch der Umsatzstärkste Softwarehersteller in Europa – die SAP SE in Walldorf. Um zu verstehen wie ein Großunternehmen wie die SAP, Innovationen intern vorantreibt, durften Studenten, im Rahmen der Veranstaltung E-Business, sich über einen Gastvortrag zum Thema Business Model Innovation vom Dr. Tobias Schimmer (SAP SE) freuen. Dr. Schimmer ist als Chief Expert zum Thema Design Thinking & Business Model Innovation bei der SAP SE tätig. Während seiner Zeit bei der SAP übernahm er die Leitung für die Einführung von Lean und Agile Software Development. In 2012 und 2013 trieb außerdem Dr. Schimmer die Umsetzung von Design Thinking in der SAP voran und war in großen Co-Innovationsprojekten mitbeteiligt.

Was ist überhaupt Design Thinking?

Design Thinking ist in fast aller Munde, wenn es um neue innovative Business Models geht. Im Grunde genommen ist Design Thinking eine Kreativitätsmethode, die zur Entwicklung neuer Ideen führen soll, die aus der Nutzersicht überzeugend sind. Als erstes steht also der Kunde im Kernpunkt und nicht die „Machbarkeit“ oder die „Rentabilität“ einer Idee. Man könnte auch sagen, dass „Design Thinker“ durch die Brille des Nutzers schauen.

Der Erfolg hängt hauptsächlich durch die Arbeits – und Denkkultur ab. Der Ansatz basiert hauptsächlich aus 3 Grundprinzipien:

  1. Multidisziplinäre Teams
  2. Variable Räume
  3. Der Design Thinking Prozess.

Multidisziplinäre Teams sind in diesem Ansatz besonders wichtig für neue Innovationen. Den durch die unterschiedlichen fachlichen Hintergründe, Funktionen und anderen Perspektiven bilden das Fundament der kreativen Arbeitskultur. Die Teams arbeiten meistens auf Ergebnisse hin, die man „anfassen“ kann, sprich bauen Prototypen.

Der Design Thinking Prozess umfasst im Prinzip 6 verschiedene Phasen die iterativ durchlaufen werden.

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Abbildung 1: Design Thinking Prozess (Quelle)

  1. In der Phase „Verstehen“ versucht das Team die Problemstellung zu verstehen, das alle Bedingungen und Einflussfaktoren umfasst.
  2. Eines der spannendsten Phasen ist das „Beobachten“. Dieser Teil der Recherche wird direkt bei Menschen durchgeführt. Dabei Beobachtet man, im wahrsten Sinne des Wortes, die Menschen im Kontext in ihrem jeweiligen Umfeld. Diese Erkenntnisse gilt es dann zu „visualisieren“.
  3. In der dritten Phase, geht es darum die Sichtweise zu definieren, in dem die gewonnenen Erkenntnisse aus der letzten Phasen zusammentragen werden.
  4. In der Phase „Ideen finden“ wird vom Team zunächst eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Hier wird besonders Wert auf Visualisierung bzw. auf das Zeichnen von Skizzen gelegt (siehe Abbildung 2).
  5. In dieser Phase geht es um das schnelle und iterative Prototyping von Konzepten. Die Konzepte selbst werden durch die Iterationsschritte immer weiter verfeinert und verbessert (siehe Abbildung 3).
  6. Die erstellten Prototypen werden schließlich in der letzten Phase getestet.
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Abbildung 2: Ideenfindung in Design Thinking (Quelle: selbst erstellt)

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Abbildung 3: Prototyping in Design Thinking (Quelle: selbst erstellt)

Im Prinzip teilen sich Lean, Agile und Design Thinking dieselben Werte wie zum Beispiel: Focus on Customer Value, Short Iterations, Small Cross-Functional Teams, Incremental Delivery, Fast Feedback und Continuous Improvement.

Wie funktioniert Business Model Innovation bei SAP?

Dr. Schimmer sprach darüber, wie letztendlich neue Produkte bei der SAP durch Business Model Innovation entstanden sind. Entstanden sind beispielsweise:

  • Platform Models für Partner
  • Information as a Service
  • Business Networks
  • Managed Cloud
  • Consumer Business

Doch das Problem bei der SAP ist, dass wenn ein neues Produkt bzw. ein neues Business Model bei der SAP eingeführt werden soll, es durch alle Vorstandsbereiche „genehmigt“ werden muss. Um diesen Prozess jedoch zu erleichtern wird ein sogenannter „Informationchannel“ bereitgestellt. Für Innovationsprojekte werden demnach verschiedene Ansprechpartner aus verschiedenen Fachbereichen zur Verfügung gestellt (Recht, IT, Steuern usw.). Somit können schneller Produkte auf den Markt geworfen werden, aber ebenso schnell zurückgezogen werden. Es wird also versucht, den Entrepreneuren so viel Spielraum wie möglich zu geben.

Die Methodik die dafür entwickelt worden ist im Grunde genommen eine „Mischung“ aus Phasen des Design Thinkings und dem Business Model Canvas. Grob kann diese Methodik in „Business Model Design & Test – Run“ unterteilt werden. Das Ganze dreht sich um das Business Model Canvas, wobei das „erste“ Canvas Model nur der Startpunkt eines ganzen Prozesses definiert.

Was hälst du davon? Denkst du man könnte dieses Vorgehen in allen Branchen einsetzten? Oder nur in der Softwarebranche?

Lass doch einfach dein Kommentar da!

Quellen

Beitragsbild: selbst erstellt im Rahmen des UIPs der Hochschule Mannheim

Mitschrift aus dem Gastvortrag

Präsentationsfolien von Dr. Tobias Schimmer

https://hpi-academy.de/design-thinking/was-ist-design-thinking.html

http://improjects.uni-koblenz.de/edschool/downloads/DesignThinking-Kreativitaet-als-Methode.pdf

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Eine Antwort zu “Gastvortrag „Business Model Innovation“

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