Apps bauen mit Jasonette – (noch) ein Erfahrungsbericht

Es gibt viele Möglichkeiten, Apps zu erstellen. Nicht wenige davon sind mit einem hohen Programmieraufwand verbunden. Nutzer, die keinerlei Programmiererfahrung oder einfach nicht die Zeit haben, sich tagelang in die Materie hineinzuarbeiten, sind meistens aufgeschmissen. Ist Jasonette vielleicht eine gute Alternative zu den gängigen Methoden und was macht es so anders?

Jasonette ist ein kostenloses Framework für native Apps und verspricht mit Angabe einer einzigen JSON-Datei in der Entwicklungsumgebung eine fertige App in Minuten mit Android- oder iOS-spezifischen systemeigenenen Komponenten zu erzeugen. Das Prinzip soll ähnlich funktionieren, wie bei einem Webbrowser, der aus HTML eine Webseite erzeugt.

Wie das funktionieren soll, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Überblick

Die englischsprachige Webseite von Jasonette zeigt sich einfach gehalten und trotzdem gut strukturiert. Auf der Startseite wird bereits anhand mehrerer JSON-Ausschnitte deutlich, wie die App später „programmiert“ werden muss. Im Zuge dieses Erfahrungsberichts werde ich, der Einfachheit halber, öfters das Wort „programmieren“ oder dergleichen verwenden, obwohl JSON keine Programmiersprache, sondern ein kompaktes Datenformat in einer einfach gehaltenen Textform ist.

Weiter befindet sich direkt auf der Startseite ein Einführungsvideo von Jasonette, das ebenfalls einen interessanten Einblick in JSON und der daraus resultierenden Erstellung der fertigen App und Emulation in iOS zeigt. Die Homepage verspricht, dass alle genannten Anleitungen und HowTos, die in iOS erstellt worden sind, genauso in Android umsetzbar sind.

Dieser Erfahrungsbericht basiert auf der Android-Appentwicklung unter einem Windows-System. Die App-Emulation erfolgt natürlich unter einem Android-System. Zusätzlich wird auf der Startseite mit Apps geworben, die ebenfalls mit Jasonette erstellt wurden.

Vorbereitung, Installation und Konfiguration

Um wirklich eine erste App in wenigen Minuten zu erstellen, solltest du keine Zeit verlieren und sofort damit beginnen. Mit Hilfe des grünen Buttons „Get started!“ (https://docs.jasonette.com) auf der Startseite, wird direkt auf eine Schnellstartanleitung verwiesen, die Downloadlinks und (Video-)Anleitungen zu allen benötigten Komponenten aufzeigt.

Es gibt zwei Anleitungen (Android & iOS) für die Einrichtung von Jasonette auf der jeweiligen Entwicklungsplattform.

Grundlegend werden folgende Komponenten für Jasonette benötigt:

  • Jasonette
    • Jasonette (Android) oder Jasonette (iOS)
  • Entwicklungsplattform
    • Android Studio (Android-App für Windows) oder XCode (iOS-App für Mac)

Ebenfalls wird in der Schnellstartanleitung ersichtlich, dass die JSON-Datei online abgelegt wird. Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten, wobei die empfohlene Variante das Erstellen der JSON-Datei auf der Seite https://www.jasonbase.com ist. Nach einer kurzen Registrierung via E-Mail und Passwort und der Installation der Software-Komponenten, kann sofort mit dem Programmieren begonnen werden. Prinzipiell kann die JSON-Datei aber überall online abgelegt werden.

Die Installation der Android Entwicklungsplattform (Android Studio und Jasonette) nimmt in etwa 6 GB der Festplattenkapazität in Anspruch. Der Prozess des Herunterladens sowie der anschließenden Installation und Konfiguration gemäß der Anleitung hat bei mir etwa 20 Minuten gedauert – auf einem halbwegs aktuellen System. Geringfügige Abweichungen gegenüber der Anleitung und Android Studio gab es allerdings. Vereinzelt werden Komponenten in Android Studio benötigt, die zusätzlich installiert werden müssen. Prinzipiell macht Android Studio darauf aufmerksam, so dass die Installation mit wenigen Klicks nahezu automatisiert abläuft.

Die erste eigene App mit Jasonette

Man könnte jetzt meinen, dass prinzipiell nicht mehr getan werden muss, als sich mit JSON in Bezug auf Jasonette zu beschäftigen. Doch leider sieht die Realität etwas anders aus.

Es wird schnell ersichtlich, dass auch Erfahrungen mit CSS und Javascript von Vorteil sind. Vor allem, wenn  professionelle Apps erstellt werden sollen. Denn schon bei den ersten Gehversuchen mit Jasonette erinnert vieles an CSS. Auf jasonette.com gibt es auch Beispiele von Chatbots, die mit Jasonette erstellt worden sind. Diese müssen neben JSON, auch Javascript-Inhalte implementieren, um mit Requests umgehen zu können.

In der Entwicklungsumgebung selbst, muss immer eine JSON-Datei angegeben werden, jedoch können mehrere JSON- und beispielsweise Javascript-Dateien miteinander agieren. Ähnlich wie bei einer Webseite, die über eine definierte Seite (index.php, index.html, etc.) aus gesteuert wird.

Jasonette bietet eine ausführliche Dokumentation (http://docs.jasonette.com/), um sich geeignete Grundlagen für die App-Entwicklung azueignen. Schnell wird erkannt, dass die JSON-Datei selbst blockweise aufgebaut ist. Die grobe Unterteilung folgt in der Regel aus „header“, „body“ (oder genauer „sections“) und „footer“. Diese Art der Strukturierung ist bereits aus HTML bekannt.

Nachdem man die Funktionsweise von Jasonette verstanden hat, können mit einfachen Mitteln Apps erstellt werden.

Das Prinzip von Jasonette ist, dass es ähnlich wie ein Homepagebaukasten funktioniert. Es lassen sich einzelne Blöcke bzw. Elemente in die App aufnehmen, um schnell ein Ergebnis zu erhalten. So entstand in wenigen Stunden inklusive Einarbeitungsphase nachfolgende App. Diese App zeigt demonstrativ Mitarbeiter dieses Blogs an. Außerdem wird ein Teilabschnitt dieses Beitrages dort angezeigt. Durch geeignete WordPress-Anpassungen und Implementierungen von Javascript in meiner Applikation, können beispielsweise die Autoren und die Blogbeiträge automatisiert von ebusiness2020.wordpress.com bezogen werden.

Leider gibt es keine Möglichkeit, die App sinnvoll zu debuggen. Somit werden weder die Fehlerquelle noch passende Lösuungsmöglichkeiten angezeigt. Das bedeutet, dass bei der App-Entwicklung, gerade bei Fehlern, sehr viel Zeit verloren gehen kann.

Nichtsdestrotrotz war es mir mit einfachen Mitteln und in kurzer Zeit möglich, Apps zu erstellen – vorausgesetzt die Fehler wurden schnell gefunden.

Eigenes YouTube-Video

Leider hatte ich in manchen Fällen auch kleinere Bugs, die beispielsweise das Layout falsch anzeigten. Diese Probleme ließen sich allerdings schnell beheben, indem der Android Emulator ganz geschlossen und die Ausführung gestoppt wurde.

Fazit

Jasonette ist keinesfalls die „eierlegende Wollmilchsau“. Wenn eine App erstellt werden soll, bedarf es an Wissen, welches angeeignet werden muss. Und je komplexer die App werden soll, desto länger dauert die Entwicklung und desto komplexer wird die Implementierung. Aber auch das Finden von Fehlern ohne passenden Debugger wird schwieriger und somit kann die Zeit, die mit der Apperstellung mit Jasonette eingespart wird, an dieser Stelle wieder zunichte gemacht werden.

Jedoch sei gesagt, dass es sehr viele Beispiele für Jasonette gibt und es relativ einfach ist in der Materie durchzublicken. Schon nach wenigen Augenblicken der Entwicklung sind bereits Fortschritte erkennbar. Dies steigert in meinen Augen einfach die Motivation an der Entwicklung dran zu bleiben. Eine gute Alternative ist Jasonette also schon, da die Umsetzung von Jasonette, dem Baukastensystem für Apps, selbst sehr gelungen ist.

Unternehmen werden jedoch sicherlich zu den klassischen Varianten der App-Entwicklung greifen, auch wenn dies mit hohem Kostenaufwand verbunden ist. Ein Debugger ist gerade im unternehmerischen Bereich, in dem Applikationen meist komplexer sind, nicht mehr wegzudenken. Auch laufen die klassischen Varianten möglicherweise aktuell noch stabiler.

Ich kann mir jedoch verstellen, dass Jasonette in Zukunft stabiler und ausgereifter sein wird. Hoffentlich gibt es bis dahin ebenso einen passenden Debugger. Dann wäre es für Unternehmen durchaus interessant auf dieser Schiene der Appentwicklung zu fahren, die Jasonette heißt.

Ein weiterer Erfahrungsbericht von Jasonette ist ebenfalls in diesem Blog zu finden.

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