Cloudivität – Spiele dich zum Cloud Profi!

Spiele wie Flugsimulatoren, Shooter und Strategie Spiele haben das Lernen vereinfacht. Mit Hilfe von sogenannten Serious Games wurden ganze Branchen revolutioniert. Ein Paradebeispiel dafür sind Flugschulen, welche die ersten Schritte eines werdenden Piloten in einer Kapsel virtuell darstellen. Die US Army verwendet zu Lernzwecken ebenfalls Spiele um Kosten zu sparen und das Personal besser zu schulen. Doch wenn Serious Games so erfolgreich sein sollen, warum werden sie nicht überall eingesetzt, um sich Wissen und Fähigkeiten spielend anzueignen? Wir gingen der Frage auf den Grund und wagten einen Selbstversuch, in dem wir ein Serious Game erstellten.

Wer sind wir?

Unser Team besteht aus Matthias König, Aman Singh, Fowa Yannick und Kevin Sächerl. Wir sind Studenten der Hochschule Mannheim und belegen das Wahlpflichtfach E-Business bei Herrn Prof. Dr. Gröschel.

Warum Serious Game?

Der Spielspaß steht bei Serious Games nicht an erster Stelle. Ziel eines solchen Games ist das Lernen mit Hilfe eines Spieles. Serious Games sind vor allem auch unter Simulatoren wie dem Flugsimulator oder Ähnlichem bekannt. Eine genaue Definition des Begriffes gibt es nicht.

Mit Hilfe eines Spieles lässt sich der Lerninhalt leichter lernen und bleibt zudem auch länger im Gedächtnis, da dieser im besten Fall auch durch das Spiel angewendet wird. Besonders wenn Lerninhalte sofort angewendet werden, wird ein effektiverer Lernerfolg erzielt, wie wenn es nur durch Lesen oder Hören erlernt wird.

Serious Games kann man in im wesentlichen in vier Kategorien einordnen: Bildungsspiele, Simulationen, informative Spiele und zielgerichtete Spiele. 

Unsere Aufgabe bestand darin, ein Spiel zu entwickeln, welches für Studenten des Grundstudiums der Fakultät Informatik geeignet ist. Das Themengebiet war auf Cloud Computing beschränkt. Es sollte ein offline Spiel werden, welches durch digitale Bestandteile erweitert wird. Die Spielzeit soll ca. 30 Minuten betragen.

Wie gingen wir bei der Entwicklung vor?

Zuallererst haben wir die Randbedingungen und das Einsatzgebiet geklärt. In der ersten Diskussionsrunde war dem Team allerdings schnell klar, dass das Rad nicht neu erfunden werden muss und somit entschied sich das Team zu einer Abwandlung eines bestehenden Spiels. Viele der klassischen Spiele wie Monopoly benötigen deutlich mehr Zeit als die vorgegebenen 60 Minuten. Es wurden noch ein paar andere Vorschläge von bekannten Brettspielen innerhalb des Teams vorgeschlagen, letztendlich fiel der Gruppe aber zum Spiel Activity eine Menge Ideen ein – Cloudivität war geboren. Cloudivität sollte ein Brettspiel werden bei dem man Aufgaben, welche auf Karten abgebildet sind, lösen muss um somit auf dem Spielbrett weiter zu kommen.

Spielbrett_FINAL

Abb.1: Das Spielbrett von Cloudivität

Das eigens für die Hochschule Mannheim entwickelte Spiel Cloudivität basiert zum Teil auf dem weit verbreiteten Gesellschaftsspiel Activity. Das Ziel von Activity ist, als Erster das Ziel auf einem vorgegebenen Spielbrett zu erreichen. Dabei bestimmt nicht die Augenzahl des Würfels, wie weit man im Spiel voranschreiten darf, sondern der Schwierigkeitsgrad der Wörter auf den Karten. Das Spiel Cloudivität enthält ebenfalls Bestandteile der Spiele Tabu und Pictionary.

Damit das Spiel nicht zu monoton wird entschieden wir uns zwei verschiedene Aufgabenkarten zu erstellen. Es gibt Fragen- und Zeichenkarten. Ein großer Teil unseres Contents haben wir aus diversen Internetquellen und dem Buch von Barton T.: E-Business mit Cloud Computing, Grundlagen | Praktische Anwendungen | verständliche Lösungsansätze, Springer Verlag 2014.

Um das Spiel spannender zu gestalten haben wir mit Hilfe von QR-Codes Videos verlinkt, welche durch Zufall aus einer Sammlung von Videos, die Aktionen wie „gehe drei Felder vor“ oder „ziehe eine neue Karte“ beinhalten. Die Videos haben wir mit dem Programm Plotagon, was wir in der Vorlesung kennengelernt haben erstellt.

Um die benötigten Dokumente, Anleitungen, Spielkarten und das Spielfeld auch für andere Studierende oder Interessenten zu Verfügung zu stellen haben wir eine Website erstellt. Der Link zu der Website ist ebenfalls auf dem Spielbrett unter „Spielanleitung und Infos“ zu finden.

Welche Probleme traten auf?

Der wichtigste Teil bei der Entwicklung eines Spieles ist das Testen. Wir haben mehrere gruppeninterne Testspiele durchgeführt, bis wir einen reibungslosen Ablauf garantieren konnten. Der wichtigste Test fand mit Studenten anderer Fakultäten, welche die gleichen Voraussetzungen wie unsere Zielgruppe haben, statt. Durch den Test erfuhren wir, dass das Spiel für Cloud Neulinge zu schwer war und zu lange dauerte. Wir erhielten ebenfalls Feedback, wie wir unser Spiel noch verbessern könnten. In der darauf folgenden Wochen haben wir das Spiel erneut mit Hilfestellungen, Lernvideos und Aktionsfeldern angepasst.

Unsere schwierigste Aufgabe beim Erstellen eines Serious Games bestand darin, den Studenten, die noch keine Kenntnisse über Cloud Computing haben näher bringen zu können. Damit jeder Spieler die Möglichkeit hat Fragen beantworten zu können haben wir ein Handout und eine Begriffsliste als Hilfestellung eingeführt. Das ganze soll natürlich auch Spaß machen.

Wie oben beschrieben haben wir auf das Spielfeld QR-Codes angebracht, die nach dem Zufallsprinzip Videos aufrufen. Die Videos beinhalten nicht nur Felder um den Spielspaß zu steigern, sondern auch Hilfestellungen und Links zu Youtube Videos, um Cloud Computing zu erklären. Eine weitere Hilfestellung welche wir Dank dem Feedback der Testkandidaten in unser Spiel integrieren konnten ist eine Auszeit, bei der jedes Team noch einmal Zeit bekommt um das Handout zu studieren.

Fazit und Ausblick

Wer ein Serious Game erstellen will, benötigt viel Zeit und eine gute Vorbereitung. Die Randbedingungen sollten sorgfältig zu Beginn des Projektes festgelegt werden, da Änderungen in den späteren Schritten der Spielentwicklung deutlich aufwändiger und problematischer umzusetzen sind.

Es ist wichtig die Zielgruppe und Ihren Kenntnisstand zu kennen. Das Ziel eines solchen Spieles sollte ebenfalls klar definiert sein.

Das Spiel Cloudivität könnte vollständig digitalisiert werden, was ein Spielen von verschiedenen Orten aus auf einem Server der Hochschule Mannheim ermöglicht. Also Cloudmäßig 😉 Dazu wäre es möglich, dass die Studierenden sich mit Ihrem Account einloggen um Spielstände oder Erfolge aufrufen zu können. 

Ein Serious Game kann in vielen Branchen als eine Ergänzung zum normalen Lernen eingesetzt werden. Wenn es zum Beispiel bei komplexen Simulatoren funktioniert, warum soll es nicht auch den Informatik Studenten helfen, komplexe Themen besser lernen und verstehen zu können. 

Quellen

http://www.growthengineering.co.uk/what-are-serious-games/

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/serious-games-lernen-muss-nicht-wehtun-a-612449.html

http://blog.schindlerparent.de/gamification-oder-serious-games

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