Snack Content: schnelle Informationen für Zwischendurch

Die Einführung sozialer Medien wie Facebook, Twitter und Co. und die zunehmende Informationsflut im Netz, haben die Weitergabe von Informationen revolutioniert. Täglich werden wir mit Nachrichten in Form von Texten, Bildern oder Videos überhäuft und entscheiden dabei in wenigen Sekunden, ob uns etwas interessiert oder nicht. Durch die vielen neuen Reize, die dabei von außen auf uns einwirken, hat sich jedoch auch unsere Wahrnehmung und Aufmerksamkeit dementsprechend verändert. Laut einer Studie von Microsoft ist dadurch unsere Aufmerksamkeitsspanne zwischen dem Jahr 2000 und 2013 von zwölf auf acht Sekunden gesunken. Im Vergleich dazu haben Goldfische – so betont es Microsoft – eine Aufmerksamkeitsspanne von neun Sekunden. Wer heutzutage also überzeugen möchte, muss schnell und präzise sein. Um dabei nicht in dem reißenden Fluss von Informationen zu ertrinken, kommt es darauf an mit kurzem und eindrucksvollem Content innerhalb kürzester Zeit das Interesse der Betrachter zu wecken. Durch diese neuen Herausforderungen ergab sich im Laufe der Zeit im Bereich der Kommunikation ein neuer Trend: Der Snack Content.

Was bedeutet „Snack Content“ überhaupt?

Ein Snack Content ist ein kurzer, aufmerksamkeitsstarker Bewegtbild-Inhalt, der in das Internet gesetzt wird.

(Zitat von Franz-Josef Baldus – Erfinder des Begriffs „Snack Content“ – im Interview mit Gisela Steinhauer in den WDR2 Sonntagsfragen)

Der Begriff „Snack Content“, der von Franz-Josef-Baldus geprägt wurde, steht also für präzise und einprägsame Inhalte. Häufig wird hierbei auch von „Snackable Content“, „Snacksize Content“ oder „Visual Micro Content“ geredet. Diese Inhalte treten in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram beispielsweise in Form von Video-Snacks, Foto-Snacks oder Info-Snacks auf. Nun stellst Du Dir bestimmt die Frage: Ist das Ganze nur Spielerei oder steckt tatsächlich ein vernünftiger Nutzen dahinter?

VisualWired.JPG

Abbildung 1: Visuelle Verknüpfung (erstellt mit Visme)

Bei der Erstellung eines Snack Contents spielt natürlich auch Spaß und Kreativität eine große Rolle, zusätzlich ergibt sich dabei jedoch auch ein Mehrwert durch die effektive Verbreitung von Informationen. Wie Du in der obigen Abbildung „Visuelle Verknüpfung“ sehen kannst, werden die meisten Informationen durch visuelle Darstellungen aufgenommen. Dabei bleiben Bilder und Videos um einiges länger in Erinnerung als gelesener Text.

Nehmen wir beispielsweise an, Du hattest eine brilliante Idee für eine mobile Applikation, hast diese entwickelt und möchtest nun möglichst viele Deiner Freunde und Bekannte über soziale Netzwerke darauf aufmerksam machen. Dafür hast Du nun 2-5 Sekunden Zeit, dies ist nämlich die Zeitspanne, in der ein Mensch entscheidet, ob er sich im Netz mit Deinen Inhalten beschäftigen möchte oder nicht. Damit Du Deine App oder vielleicht eine andere Information so effektiv wie möglich verbreiten kannst, möchte ich Dir im nächsten Kapitel die verschiedenen Arten von Snack Content näher bringen.

Welche Arten von Snack Content gibt es?

Video-Snacks

Wie der Name schon ahnen lässt, geht es hierbei um Snack Content in Form von Videos. Unter diese Kategorie fallen beispielsweise Kurzvideos, animierte GIFs, Cinemagraphs oder Snaps. Die Länge der Videos variiert meistens zwischen 2 und 15 Sekunden. Bei der Erstellung dieser Content-Art stehen Dir unzählige Möglichkeiten zur Verfügung wie Du Deinen Inhalt darstellen kannst. Es kommt nur darauf an wie kreativ Du bist. Ein Beispiel für einen Video-Snack ist der folgende Vine aus der Kategorie „Kunst“ (Quelle):

Foto-Snacks

Bestimmt hast Du bei Facebook und Co. schon dutzende Katzenbilder oder Grafiken mit lustigen Sprüchen gesehen. Diese würden in die Kategorie der Foto-Snacks fallen. Diese Art von Snack Content fällt sofort ins Auge und liefert die nötigen Informationen auf einen Blick. Hierbei handelt es sich um animierte Fotos und Memes wie zum Beispiel dieses hier:

Abbildung 2: Beispiel eines Memes (Quelle)

Info-Snacks

Zu den Info-Snacks zählen beispielsweise Erklärvideos, die eine Länge zwischen ein und zwei Minuten haben und komplexe Sachverhalte kurz und präzise zusammenfassen. Weitere beliebte Info-Snacks sind Blogartikel oder Infografiken, da diese sich sehr gut dazu eignen bestimmte Aussagen gezielt zu verbreiten. Die Mischung aus Text und Grafikelementen lassen den Betrachter dabei schnell erkennen welche Informationen Du vermitteln möchtest. Das folgende YouTube-Video ist ein Beispiel für ein Erklärvideo zum Thema „Snack Content“:

Live-Snacks

Der wahrscheinlich aktuellste Trend sind Live-Videos. Hierbei kannst Du Deine Inhalte Live im Internet teilen und mit Betrachtern aus aller Welt in Echtzeit kommunizieren. Du siehst sofort wie dein Content bei den Zuschauern ankommt und hast beispielsweise über Likes und Kommentare ein sofortiges Feedback. Beispiele für Live-Snacks sind die Video-Funktion von Facebook und das von Twitter angebotene App „Periscope„.

Wie kannst Du Deinen eigenen Snack Content erstellen?

Bestimmt kribbelt es Dir schon unter den Fingern und Du möchtest endlich Deinen eigenen Snack Content erstellen. In den folgenden Schritten möchte ich Dir dafür eine kleine Anleitung zur Verfügung stellen. Anbieter für die Erstellung von Snack Content – Videos sind beispielsweise „PowToon“ oder „Plotagon„. Für die Erklärung der einzelnen Schritte habe ich hierbei Plotagon verwendet. Auf der Webseite von Plotagon kannst Du Dich ganz einfach für eine 30-Tage-Testversion registrieren und die benötigte Software herunterladen. Los geht’s:

1. Schritt – Anlegen einer neuen Szene

Nachdem Du die Software installiert und gestartet hast, kannst Du gleich loslegen und unter „Create new plot“ einen neuen Content anlegen. Der erste Schritt besteht darin, dass Du links im Menü auf „Scene“ klickst, um Deine erste Szene zu erstellen. Unter dem Menü beginnt nun sozusagen das Skript Deines Videos. In diesem Bereich kannst Du nun eine passende Location, verschiedene Charaktere und deren Position in der Location bestimmen. Dafür klickst Du einfach die entsprechenden Stichwörter (Location, Character, somewhere) im Skript und triffst eine Auswahl.

plotagon11.png

Abbildung 3: Schritt 1 – Erstellen der ersten Szene

Durch das erneute Klicken auf „Scene“ kannst Du beliebig viele Szenen erstellen und somit immer wieder Abwechslung in Deinen Content bringen.

2. Schritt – Bringe Leben in Deine Story

Über die verschiedenen Menüpunkte kannst Du jetzt Deine ganz eigene Story kreieren und Deiner Kreativität freien Lauf lassen. Als nächstes fügen wir unter dem Punkt „Dialogue“ einen neuen Dialog ein. Anschließend kannst Du den gewünschten Text eingeben und den Charakter, der den Dialog sprechen soll, auswählen. Zusätzlich kannst Du über den Menüpunkt „Action“ Interaktionen zwischen den Charakteren einfügen, sodass diese sich beispielsweise umarmen oder die Hand schütteln. Zwischen den einzelnen Abschnitten der Szene kannst Du außerdem jederzeit über die Punkte „Sound“ und „Music“ verschiedene Ton-Effekte einbauen, um dein Video noch interessanter zu gestalten. Das Story-Board könnte nun beispielsweise so aussehen:

plot22.PNG

Abbildung 4: Schritt 2 – Leben in die Story bringen

 3. Schritt – Veröffentliche Deinen Snack Content

Gratuliere! Du hast erfolgreich Deinen ersten Snack Content erstellt! Über den „Download“-Button kannst Du das Video nun als MP4-Datei speichern und beispielsweise auf YouTube hochladen oder über andere soziale Medien verbreiten. Um Dir weitere Eindrücke mit auf den Weg zu geben, habe ich ebenfalls einen kleinen Snack Content mit dem Namen „Einstein gone crazy“ erstellt:

Fazit

Mit der zunehmenden Einführung sozialer Medien und Technologien ist es wichtig die Kommunikation und Weitergabe von Informationen entsprechend anzupassen. In diesem Sinne wird vor allem der Snack Content eine immer größere Rolle spielen, wenn es darum geht in der Fülle von Informationen hervorzustechen. Durch einen gut gemachten und kreativen Snack Content, der in sozialen Medien schnell verbreitet werden kann, bietet sich beispielsweise für Unternehmen eine völlig neue Art des Marketing. Somit können Kunden noch schneller über angebotene Produkte und Dienstleistungen informiert werden. Doch auch im privaten Alltag kann Snack Content eine gute Sache sein, da die Erstellung der Inhalte Spaß bringt und man seine kreative Ader ausleben kann.

Was ist Deine Meinung?

Hast Du bereits einen eigenen Snack Content erstellt und über soziale Medien verbreitet? Falls Ja, wie kam dieser bei Freunden und Bekannten an? Ich freue mich von Deinen Erfahrungen zu hören!

Autor: Nicolas Schmitt

Quellen

https://www.koelnkomm.de/tag/franz-josef-baldus/

http://www.absatzwirtschaft.de/kurz-kuerzer-snack-content-ultrakurzvideos-im-marketing-71939/

http://www.social-media-aachen.de/blog/snack-content-kleine-haeppchen-mit-grosser-reichweite/

http://www.pixelrush.com.au/blog/social-media-waste-time-social-media-business/

https://www.koelnkomm.de/vine/snack-content-arten-eine-infografik/

http://www.socialmediaakademie.de/blog/snack-content-kreieren-sie-mundgerechte-inhalte/

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Eine Antwort zu “Snack Content: schnelle Informationen für Zwischendurch

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