Cloud Gaming – Die Zukunft des Gamings

Cloud Gaming oder auch Gaming as a Service bezeichnet einen Dienst, der die Rechenarbeit von dem Heimrechner oder der Konsole auslagert. Der Begriff des Cloud Gamings existiert bereits seit einigen Jahren, doch was genau steckt dahinter? Ist Cloud Gaming wirklich die Zukunft des Gamings oder nur eine Modeerscheinung?

Was ist Cloud Gaming?

Hinter Cloud Gaming steht eine Technologie, welche die Rechenarbeit, die zum Spielen benötigt wird nicht der eigene Rechner übernimmt, sondern ein Rechner aus einem der Rechenzentren der Anbieter. Die Eingaben, welche der Spieler mit seinen Peripheriegeräten macht, werden an die Cloud weitergeleitet. Die Datenpakete werden von der Cloud zu dem Spieler gesendet und auf seinem Bildschirm ausgegeben. Es läuft ähnlich ab wie auch das Streamen von Musik oder Videos.

Warum Cloud Gaming?

Nicht jeder kann oder möchte sich eine Konsole oder einen teuren Gaming PC leisten. Cloud Anbieter möchten hier Abhilfe schaffen, indem sie Rechenleistung zur Verfügung stellen. Somit können aktuelle Spiele auch auf leistungsschwachen Geräten gespielt werden.

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Abb.1: Darstellung einer Cloud (Quelle)

Einige Anbieter bieten eine Vielzahl von Spielen in Ihrer Bibliothek an. Somit haben die Gamer eine große Auswahlmöglichkeit an Spielen, ohne diese kaufen zu müssen. Dabei benötigt man kaum Festplattenspeicher, da die Spiele in der Cloud gespeichert werden. Nutzer können von überall aus auf die Cloud zugreifen, sofern die Internetverbindung dafür ausreicht.

Welche Anbieter gibt es in Deutschland?

Cloud Gaming ist noch ein Nischenmarkt, daher begrenzt sich die Anzahl der Anbieter auf wenige. Dennoch gibt es zwischen den Anbietern einen großen Unterschied zwischen ihren Angeboten. Nicht bei jedem Anbieter ist eine Spielebibliothek mitinbegriffen, so dass der Spieler die Spiele selbst kaufen muss. Einige Anbieter setzen eine Konsole, bzw. ein Streaminggerät voraus.

  • Zum einen wäre da Sony mit Playstation Now. PS Now bietet ältere sowie neue PS Spiele für PS4, Mac und Windows PCs für 20€ im Monat an. Der Haken dabei ist, dass der PS Now Service für PCs nicht in Deutschland veröffentlicht wurde, sondern nur für die PS4.
  • Zum anderen gibt es Geforce Now. Dafür wird zunächst die Shield Konsole benötigt damit auf ein Gerät gestreamt werden kann. Wahlweise entscheidet man sich für 25 Euro je 20 Stunden mit der Rechenleistung einer Geforce 1060 GPU oder 10 Stunden mit einer virtuellen Geforce 1080 zu spielen. In der Spielebibliothek befinden sich derzeit über 100 Spiele.
  • Eine Alternative für die Konsolen wäre zum Beispiel LiquidSky. Bei LiquidSky wird die Kontrolle über einen virtuellen Desktop übernommen auf dem man seine eigenen Spiele installieren kann. Danach kann man ab ca. 0,40€ bis 1,60€ pro Stunde die Kontrolle über einen virtuellen Cloud PC übernehmen. Eine Spielebibliothek ist jedoch nicht im Preis miteinbegriffen.

Was sind die Probleme beim Streamen von Games?

Das Streamen von Spielen erfordert deutlich mehr Technik und Bandbreite als das Streamen von Videos und Musik.

Viele Spieler wollen die Spiele selbst besitzen und sie nicht nur per Stream nutzen.
Ein Problem ist das fehlende Angebot der Anbieter und den zu teuren Preisen. Bei vielen Anbietern wie Nvidia oder Playstation werden zusätzliche Geräte zum Streamen benötigt. Wer möchte schon hunderte Euro pro Monat zum Streamen von Spielen ausgeben?

Da Deutschland mit dem Breitbandausbau im Vergleich zu anderen Ländern schlecht abschneidet und dies für Cloud Gaming eine wesentliche Voraussetzung darstellt, ist Cloud Gaming hierzulande eher unbeliebt. Um ein gutes Cloud Gaming Spielgefühl zu erleben wird mindestens eine 50.000 er, besser eine noch schnellere DSL Leitung benötigt. Nvidia empfiehlt beispielsweise einen Datendurchsatz von mindestens 10 MBit pro Sekunde. Ebenfalls ist es von entscheidender Bedeutung, wie Nahe ein Server eines Anbieters steht; je näher desto besser ist die Latenz. Die Latenz ist für ein reibungsloses Gaming vor allem bei Shootern wie Counter Strike wichtig. Mit einer 50.000 er Leitung hatte ich ein unscharfes Bild bei durchschnittlich 60 fps (frames per second) mit einer Auflösung von 1920×1080 und max. Details.

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Abb.2: Witcher 3 auf einem virtuellen LiquidSky Desktop (Quelle: Autor)

Ein weiteres Problem ist der Datenschutz, da die Passwörter, die auf dem Cloud Desktop eingegeben und somit in der Cloud gespeichert werden. Ebenfalls können die Aktivitäten eines Spieler noch einfacher überwacht werden.

Wie funktioniert das Ganze denn nun?

  1. Einfach auf LiquidSky die Betaversion downloaden und installieren
  2. Erstelle dir einen Account und lade dir Guthaben auf
  3. Nun kannst du dich einloggen und entscheiden, welchen virtuellen Rechner du nehmen möchtest. Es gibt zwei Varianten zur Auswahl, welche sich leistungsmäßig und somit preislich unterscheiden. Du wirst nach jedem Login erneut gefragt und kannst beliebig oft wechseln ohne dass du die Programme neu installieren musst.
  4. Installiere die Spiele. die du spielen möchtest.
  5. Starte das Spiel und entdecke die Welt des Cloud Gamings.
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Abb.3: Desktopoberfläche eines virtuellen Rechners (Quelle: Autor)

Fazit

Cloud Gaming soll das Spielen revolutionieren, hat bisher aber noch keinen Fuß im Massenmarkt gefasst. Für das Homegaming stellt sich die berechtigte Frage, warum nicht einfach selbst die Hardware/ Spiele kaufen, was für die meisten günstiger ist und zugleich auch bessere Performance liefert. Für das Gaming unterwegs stellt sich dagegen die Frage, ob die oftmals schlechte Internetverbindung das Streamen ermöglicht.
Die Leistungsfähigkeit der Internetverbindung spielt eine große Rolle, weshalb Cloud Gaming sich noch nicht durchsetzen konnte. Falls der Breitbandausbau voranschreitet, die Angebote erweitert und die Preise fallen, hat Cloud Gaming große Chancen die Spieleindustrie zu revolutionieren.

Alles in Allem bietet das Streamen von Games noch zu wenig Vorteile, beziehungsweise die Nachteile überwiegen. Nicht nur beim Preis, sondern auch beim Spielgefühl hinkt das Cloud Gaming hinterher. Interessant wird jedoch, was Playstation, Nvidia und Co aus dem Cloud Gaming machen. Somit bleibt das Cloud Gaming eine nette Ergänzung zu den Konsolen und PCs.

Ich erwarte, dass das Cloud Gaming den Massenmarkt in den nächsten Jahren erobern wird, da das mobile Gaming immer beliebter wird. Zudem schreitet der Breitbandausbau in Deutschland langsam, dennoch stetig voran.

Quellen

http://www.zeit.de/digital/games/2014-11/cloud-gaming-nvidia-grid

https://liquidsky.com/

https://www.nvidia.de/shield/games/

https://www.playstation.com/en-us/explore/playstationnow/

http://baun-vorlesungen.appspot.com/SEM0910/Dokumente/CLCP_WS0910_Robert_Karoly_Cloud_Gaming_Ausarbeitung.pdf

https://www.fool.de/2017/04/19/3-wachstumschancen-fuer-nvidias-gaming-geschaeft/

https://www.turn-on.de/play/news/cloud-gaming-playstation-now-nur-noch-auf-ps4-und-pc-234826

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Eine Antwort zu “Cloud Gaming – Die Zukunft des Gamings

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