Beacons – Einsatzmöglichkeiten bei einer Messe

Warst du schon einmal bei einer Messe und hast in den vielen Hallen nicht den Aussteller gefunden, der dich brennend interessiert hatte? Hast du eine Vorführung eines Produktes verpasst, weil du einfach zu lange zu der Bühne gebraucht hast, auf der die Vorführung stattgefunden hat? Diese Probleme könnten bald der Vergangenheit angehören – und zwar durch den Einsatz von Beacons.

Wie schon in dem Beitrag Beacons – kleine Leuchtfeuer beschrieben sind Beacons vergleichbar mit Leuchttürmen, welche dem Besucher einer Messe die Navigation erleichtern können. In diesem Blogeintrag wollen wir zeigen, welche Einsatzmöglichkeiten es für diese kleinen Leuchtfeuer bei einer Messe gibt.

Der Ort: Die Messe Frankfurt

Die Messe Frankfurt GmbH ist einer der weltweit größten Veranstalter von Messen, der mit seinen 28 Tochtergesellschaften in rund 160 Ländern Messen veranstaltet. Viele Messen wie z.B. die Prolight+Sound, auf der Produkte und Dienstleistungen aus der Veranstaltungsbranche präsentiert werden, finden auf dem 578.000 m² großen Messegelände im Frankfurter Westend statt. Da sich auf diesem Areal insgesamt 10 Ausstellungshallen befinden, sollte es einleuchtend sein, dass es nicht unbedingt einfach ist, sich dort auf Anhieb zurechtzufinden. Durch Beacons kann auf dem Gelände eine Indoor-Navigation realisiert werden, die es dem Besucher vereinfacht, den richtigen Stand zu finden. Darüber hinaus ist aber noch viel mehr möglich.

Aus Sicht der Besucher: Wo geht es denn hier lang?

Für Messebesucher eröffnet sich durch die Nutzung von Beacons ein völlig neues Messeerlebnis. Nachdem der Besucher sich die App auf sein Smartphone heruntergeladen und installiert hat, kann er angeben, welcher Ausstellungsbereich ihn am meisten interessiert. Anschließend wird dem Besucher nun ein, auf ihn zugeschnittenes, Messeprogramm gesendet. Ebenfalls können Push-Nachrichten, wie „In 5 Minuten beginnt am Stand X in Halle Y die Vorführung des Produktes Z“, empfangen werden. Um sich auf der Messe zurecht zu finden, oder den schnellsten Weg zu einer bestimmten Vorführung/ zu einem bestimmten Stand zu finden, kann der Besucher auf eine digitale Karte inklusive aktueller Standortanzeige und hervorgehobenen Wegplan zurückgreifen.

Sollte sich ein Besucher nach einer Vorführung für einen Kauf entschieden und diesen abgewickelt haben, kann er eine Push-Benachrichtigung empfangen, die ihn um ein Feedback bezüglich des Kundenservices bittet. Hat der Besucher sich dann die Vorführung an einem Stand angesehen oder läuft zwischen den Ständen umher, so können ihm Push-Nachrichten gemäß seinen Prioritäten gesendet werden, die ihn auf Stände in der Nähe hinweisen, die ihn interessieren könnten oder welche Angebote diese Stände bereithalten.

Durch die installierte App kann der Besucher sich auch über die Gastronomie auf der Messe informieren. Wo befindet sich welcher gastronomische Stand? Gibt es ein Restaurant? Welcher Stand bietet welches Essen an?

Die Aussteller: Marktschreierei 2.0

Haben sich Aussteller entschlossen auf der Messe auszustellen, können sie zwischen einem Standard System und einem Premium System wählen. Bei dem Standard System bezahlen sie die jeweiligen Standgebühren inklusive Strom, Wasser und was dazugehört. Bei dem Premium System buchen sie sich die Bacons-Technologie dazu, die ihnen einen neuen Weg bietet, mit dem Besucher in Verbindung zu treten.

Beacons ermöglichen es den Ausstellern das Messeprogramm direkt an die Besucher zu senden. Dabei soll dem Besucher jedoch nicht nur eine Liste mit allen Programmpunkten gesendet werden, vielmehr eignen sich kleine Nachrichten wie „In 5 min beginnt am Stand X die Vorführung des neuen Produktes Z“. Der Besucher kann dann selbst entscheiden, ob er sich die Vorführung anschauen möchte.

Am Stand selber kann der Aussteller, via Beacons dem Besucher zusätzliche Informationen zukommen lassen. Die Visitenkarte des Ausstellers kann dem Besucher ebenfalls auf das Smartphone gesendet werden. Hat sich ein Besucher nach einer Vorführung für einen Kauf entschieden, so kann er im Nachhinein aufgefordert werden, eine Beurteilung über die Beratung und das Service am Stand abgeben. Dadurch kann der Aussteller ein Feedback einholen. Durch die Positionsbestimmung eines Besuchers, können Aussteller sich die Zeit angeben lassen, wie lange ein Besucher am Stand bzw. in der Nähe des Standes war. Dabei können sie dem Besucher Push-Nachrichten senden, wie z.B. „Holen Sie sich jetzt ihren Gratiskaffee bei uns ab“, wodurch der Besucher auf sie aufmerksam gemacht und bei Interesse den Stand besuchen wird.

Was bedeutet das für den Messebetreiber?

Für Messebetreiber sind Beacons eine riesige Chance ihren Standort für Aussteller und Besucher interessanter zu machen. Den Ausstellern bieten die Betreiber entweder das Standard System inklusive Standgebühr, Strom und Wasser an, oder das Premium System, welches zusätzlich noch die Beacons-Technologie beinhaltet.

Um die Besucher auf den Einsatz der Beacons hinzuweisen, müssen die Messebetreiber auf dem gesamten Gelände Werbung dafür machen. Zudem muss es Anleitungen geben, auf denen der Download der App und die Aktivierung des Bluetooth erklärt wird. Um auch Besuchern ohne Smartphone oder mit einer Bluetooth Version unter 4.0 die Nutzung der Beacons zu ermöglichen, muss der Betreiber Leihgeräte bereitstellen. Ergänzend dazu sollten auf dem Gelände so genannte Powerbanks verteilt werden, mit denen die Besucher ihren Akku im Weitergehen aufladen können.

Die Messebetreiber können dank der Beacons-Technologie die Messetage auswerten und erfahren, wo sich wann die meisten Beacons-Nutzer aufgehalten haben. Somit lassen sich u. a. die attraktivsten Stände ermitteln oder die Lage der Essensstände anpassen. Auf dem Bereich der Beacons ist es jedoch auch wichtig Risikomanagement zu betreiben und festzulegen, wie viele Nachrichten ein Besucher höchstens erhält, damit er nicht überhäuft wird.

Screenshot Homepage Messe Frankfurt

Screenshot Homepage Messe Frankfurt

Ist das Ganze rechtlich überhaupt erlaubt?

Datenschutzrechtlich wird zwischen dem Beacon-Sender und dem Beacon-Empfängerprogramm unterschieden.

Beim Senden von Beacons bestehen keine datenschutzrechtlichen Bedenken. Da die Beacons von einzelnen Gegenständen gesendet werden, fehlt der Personenbezug. Der Sender kann nicht zurückverfolgen, welche Geräte und Nutzer die gesendeten Informationen empfangen. Nur bei einer bestimmten Personenzuordnung der Beacons kann ein Personenbezug festgestellt werden. Dies ist vergleichbar mit einer Smartphone-ID, bei der ein Personenbezug gegeben sein kann, wenn E-Mail, Facebook-Profil etc. mit dieser verbunden sind.

Als Empfänger muss der Nutzer schon mehr Acht geben. Um die Informationen vom Sender empfangen zu können, muss eine App auf dem Endgerät installiert werden. Die installierte App verarbeitet die empfangenen Informationen und wertet diese aus. Da die verwendete Empfänger-App in der Regel mit einem Nutzerkonto verbunden ist, werden die Nutzerdaten gespeichert und verarbeitet. Dadurch kann z.B. herausgefunden werden, an welchem Stand sich der Benutzer zurzeit aufhält. Da ein direkter Personenbezug besteht, ist die Verarbeitung der Nutzerdaten nach deutschem Recht nur mit Einwilligung der Betroffenen erlaubt. Der Nutzer muss während der Installation der App in einer Datenschutzerklärung datenschutzkonform ausreichend informiert werden. Demnach muss der App-Inhaber seine Nutzer darüber aufklären, für welche Zwecke er die gespeicherten Daten verwenden werden.

Fazit

Die vorgestellten Anwendungsmöglichkeiten sind nur die Spitze des Eisbergs. Darüber hinaus gibt es noch viel mehr Einsatzmöglichkeiten. Der Phantasie sind hier, bis auf die technischen Barrieren, keine Grenzen gesetzt. Für eine relativ geringe Investition kann dem Messebesucher ein ganz anderes Erlebnis ermöglicht werden. Auch Aussteller haben durch den Einsatz von Beacons ganz andere Möglichkeiten Besucher der Messe, damit potentielle Kunden zu erreichen.

Da davon auszugehen ist, dass die Beacons-Technologie Einzug in unseren Alltag halten wird, dürfen Betreiber von öffentlichen Plätzen, also auch Messen nicht die Augen vor diesem Trend verschließen. Ein weiterer Aspekt ist auch die Tatsache, dass Facebook diese Technologie großflächig einsetzen will, um Standortbezogene Informationen in seiner App verfügbar zu machen, und zwar in einer Art und Weise, wie es im Moment noch nicht möglich ist. Werden die relativ niedrigen Kosten dem doch hohen möglichen Nutzen gegenübergestellt, so wäre es für den Messebetreiber eine gute Wahl, diese Technik bei sich einzusetzen, auch um  das Risiko zu minimieren, einen einsetzenden Trend zu verschlafen.

Apps erhalten neue Möglichkeiten durch die Beacon-Technologie. Neben der rechtlichen Zulässigkeit spielt die Informationspflichten für die Betreiber ebenfalls eine große Rolle. Hier müssen Betreiber alle relevanten Verarbeitungsprozesse mit Personenbezug beschreiben. Dadurch wird gegenüber den Verbrauchern die nötige Transparenz geschaffen.

Wie ist deine Meinung?

Was hältst du von Beacons im Einsatz bei einer Messe? Welche Verbesserungen fallen dir noch ein, die durch Beacons im Einsatz bei einer Messe gemacht werden können? Über dein Feedback und deine Meinung zu dem Thema freuen wir uns.


 

Über die Autoren

Dieser Blogeintrag und die dahinter stehende Recherche war eine Gruppenarbeit. Beteiligt waren Sebastian B., Laura B., Maike Z., Alperen S. und Ronny G. Sebastian B., Alperen S. und Ronny G. studieren Unternehmens- und Wirtschaftsinformatik an der HS Mannheim. Laura B. und Maike Z. studieren TSIT an der Universität Heidelberg/ Hochschule Mannheim.

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