SAP HANA – Was du darüber wissen solltest

„Server room at CERN“ von Torkild Retvedt, CC-BY-2.0

Dem ein oder anderen sind vielleicht zuletzt die beiden Begriffe SAP HANA und S/4 HANA vermehrt über den Weg gelaufen. Doch was steckt hinter diesen Bezeichnungen und warum wird so viel darüber diskutiert? In diesem Beitrag möchte ich euch die „neue“ Datenbanktechnologie SAP HANA sowie die neue Business Suite S/4 HANA vorstellen und die Begriffe klar voneinander abgrenzen.

Was ist neu an SAP HANA?

Wie schon beschrieben, ist die SAP HANA eine „neue“ Datenbanktechnologie der SAP SE. „Neu“ deshalb, weil sie schon im Frühjahr 2010 vorgestellt wurde und seit November des gleichen Jahres bei ausgewählten Kunden im Einsatz war.

Am Anfang war SAP HANA eine Kombination aus Soft- und Hardware, eine sogenannte Appliance, was sich mittlerweile geändert hat. Heute kann die SAP HANA unabhängig von der Hardware und virtualisiert betrieben werden.

Doch was macht diese neue Datenbanktechnologie so besonders? Es ist zum einen die Verwendung der In-Memory-Technologie auf der Hardwareseite und zum anderen die zeilen- und spaltenorientierte Arbeitsweise der Software.

  • In-Memory-Technologie
    Unter In-Memory wird prinzipiell das Speichern und Verwalten der Daten im Hauptspeicher verstanden. Der Hauptspeicher wird durch den CPU-Cache und die Festplatte durch den Hauptspeicher ersetzt. Durch das Speichern und Bearbeiten der Daten im Hauptspeicher werden Verbesserungen der Performance erzielt. Erreicht wird dies durch den Entfall des Zugriffs auf Festplatten, die deutlich höheren Zugriffsgeschwindigkeiten beim Zugriff auf den Hauptspeicher sowie die einfacheren Zugriffsalgorithmen. Genauso wichtig wie die Datenhaltung sind auch die Prozesse, die im Hauptspeicher definiert und ausgeführt werden, auch In-Memory-Computing genannt. Wie so oft ist dieser Ansatz schon länger bekannt, aber es fehlte an der Notwendigkeit, diesen auch zu verwenden. Durch die sich ändernden Anforderungen an etablierte Systeme insbesondere im Bereich Business Intelligence gewinnt dieses Thema jedoch zunehmend an Relevanz.
  • Spaltenorientierte Datenbank
    Die traditionellen zeilenorientierten Datenbanken haben ihren Vorteil bei den schreibenden Zugriffen. Doch durch die Anordnung der Daten ist der lesende Zugriff recht langsam. Die spaltenorientierte Datenbanken haben genau den umgekehrten Effekt. Daher wird eine Kombination beider Methoden angestrebt. Der spaltenorientierte Ansatz wird vor allem bei Analysen verwendet, da dort oft Aggregate über Spalten ausgeführt werden.

Die Kombination dieser Technologien eröffnet völlig neue Möglichkeiten in den Bereichen Business Intelligence, Business Analytics oder Big Data, denn im Gegensatz zu herkömmlichen IT Systemen wird kein Unterschied zwischen Analyse- und Transaktionsdaten gemacht. Das heißt, es erfolgt immer ein Arbeiten mit den aktuellen Daten.

S/4 HANA

Wie der Name schon teilweise verrät, spielt in diesem Produkt die SAP HANA eine wichtige Rolle. Ausgeschrieben bedeutet der Name: SAP Business Suite 4 SAP HANA. Es stellt die 4. Generation der SAP Business Suite dar und läuft komplett in der SAP HANA. Das bedeutet, dass nicht nur die Datenbank in der SAP HANA läuft, sondern auch Anwendungsfunktionen in der Datenbank laufen.
Da S/4 HANA nach dem Cloud-First Prinzip entwickelt wurde, kann sie mit jeder Cloudart betrieben werden. Aber auch der Betrieb On-Premise ist möglich.
Außerdem wird nicht nur das Backend aufgeräumt, denn für die Benutzeroberfläche wird SAP Fiori genutzt, was die mobile Verwendung möglich macht und ein neues und frisches Design bringt.

Der konkrete Nutzen liegt auch hier in den Bereichen Big Data. Dabei entstehen neue Möglichkeiten, die einen direkten Nutzen für das tägliche Geschäft bringen. Die Prozesse können in Echtzeit auf Veränderungen von Parametern reagieren und werden flexibler.

Zukunft

Die steigenden Anforderungen an etablierte Systeme hinsichtlich Business Intelligence, Big Data, flexibler Prozesse etc. machen eine Migration auf die neuen Technologien wie die In-Memory oder spaltenorientierte Datenbank unerlässlich.
Speziell für Kunden der SAP Produkte sind Planungen dahingehend zu empfehlen, da 2025 die aktuelle Business Suite R/3 nicht mehr von SAP unterstützt wird und die Umstellung, je nach Größe des Unternehmens mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann.

Seid ihr derselben Ansicht oder habt ihr Kritikpunkte? Wäre eine Zwischenlösung mit günstigeren SSDs für euch eine bessere Wahl oder kann sogar auf die bessere Performanz verzichten werden?

Auf eure Meinung bin ich sehr gespannt!

 

Quellen:

http://de.news-sap.com/2011/06/21/sap-hana-ist-ab-sofort-fur-kunden-weltweit-verfugbar/#more-1553
https://de.wikipedia.org/wiki/SAP_HANA
http://hana.sap.com/abouthana.html
http://www.sap.com/bin/sapcom/en_us/downloadasset.2015-03-mar-02-23.sap-s-4hana-frequently-asked-questions-pdf.bypassReg.html
http://www.isreport.de/news/sap-revolutioniert-kernprodukt-business-suite/
http://www.silicon.de/41608664/saps-neue-software-generation-sap-s4-hana/
http://www.bigdata-insider.de/infrastruktur/articles/484039/

Beitragsbild: „SAP Logos“ von CC-BY-2.0

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