„Business as usual“ vs. Kreativität

Wer kennt sie nicht, die Berufsgruppe mit den ungedeckelten Gehältern, dicken Limousinen und der unendlichen Anzahl an Meetings? Doch auch in der Managementriege gilt: Es gibt qualitativ weit gravierendere Unterschiede als auf den ersten Blick ersichtlich ist. In einer Studie der Baumann Unternehmensberatung sprachen sich über 44% der Befragten sogar für eine ausgeprägte oder moderate Erfolgskomponente in der Vergütung aus, die von der individuellen Performance des Einzelnen ausgehen soll. Warum das nach hinten losgehen kann und was das alles mit Kreativität zu tun hat, wollen wir in diesem Blogbeitrag näher betrachten.

Produktionssteigerung als Mantra

Kreativität

Kreativität als Treiber für Innovation (Bild von geralt, Lizenz CC0 Public Domain)

Die Steigerung der Produktivität ist heutzutage in jedem Unternehmen ein Thema auf der Agenda. Ob Dienstleistungsgewerbe oder produzierende Unternehmen, überall wird die Frage gestellt, wie die Effizienz der Leistungsprozesse verbessert werden kann. Doch leider gibt es zu wenige Manager, die diese Frage auch wirklich versuchen zu beantworten. Die meisten ihrer Kollegen scheitern schon daran, die Mentalität vorzuleben und ihren Mitarbeitern die Motivation und Fähigkeit zu entlocken, proaktiv die Verbesserungsprozesse umzusetzen und weiterzuentwickeln.

Ein heutzutage leider weit verbreitetes Verfahren zur Produktionssteigerung ist , radikale Einschnitte im Personalbereich zu tätigen und durch Mehrarbeit der verbliebenen Mitarbeiter die Produktivität zu steigern. Darüber, dass dies am Ende des Tages nur kurzfristig in den nackten Zahlen des Unternehmens zu sehen und meistens nur in der Theorie die richtige Strategie ist, sind sich viele Experten einig. Zudem wird derzeit ebenfalls diskutiert, ob es nicht neuere Managementkonzepte und -modelle geben muss, welche für vernetzte, sich schnell ändernde und unsichere Marktumgebungen optimiert sind.

Mit Diversität zum Lösungssystem

Und damit ist nicht nur die Unterschiedlichkeit in der Weiterbildung der Mitarbeiter im Unternehmen gemeint. In den meisten Universitäten werden die bisherigen Standardmodelle für Management gelehrt. Diese statischen und meist produktionsfokussierenden Modelle, wie beispielsweise das Toyota Production System oder auch das Total Quality Management eignen sich allerdings nur bedingt für volatile Umgebungen. Doch es liegt auch an den derzeitigen Managern dieses Mindset vorzuleben, dazu zu motivieren und für eine diversifizierte Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu sorgen. Denn in einem vernetzten System -wie es Unternehmen immer mehr sind- gilt es, die Resonanzpunkte zu stimulieren und dadurch neue, kreative und innovative Ideen ans Tageslicht zu bringen.

Continuous Innovation – Veränderung, der Veränderung zuliebe

Innovation in der Unternehmenskultur zu verankern ist ein Schritt in die richtige Richtung. Diese Kultur bis in die untersten Ebenen der Hierarchie zu tragen, zu kommunizieren und sich entwickeln zu lassen, ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in der zukunftsorientierten Entwicklung eines Unternehmens. Innovation entsteht durch Kreativität, und Kreativität entsteht durch Diversität. Annika Streiber schreibt in ihrem Buch The Google Model darüber, wie Innovation von der ersten Idee bis hin zur möglichen Marktreife dieser Idee richtig eingebunden und gemanagt werden kann. Sie beschreibt moderne Konzepte und Prinzipien am Beispiel des Unternehmens Google, Inc., welches zu den kreativsten und innovativsten Unternehmen unserer Zeit zählt. Die Unternehmenskultur von Google stellt Innovation als einen der Schlüsselaspekte dar und das Unternehmen ist proaktiv auf Veränderung ausgerichtet.

Und die Moral von der Geschichte?

Kreativität und Innovation liegen sehr eng beieinander. Beide Faktoren in einem Unternehmen gewinnbringend bei den Mitarbeitern zu entfalten, wird zu einer Kernaufgabe kommender Managementgenerationen werden und ist schon jetzt ein kritischer Erfolgsfaktor in allen Branchen. Es bedarf der richtigen Umgebung und unterschiedlichster Typen von Mitarbeitern um Spannungsfelder zu generieren, in welchen Kreativität und Innovation wachsen können. Wichtig ist auch fähiges Führungspersonal, das dazu in der Lage ist, diese Attribute aus den Mitarbeitern zu kitzeln.
Arbeitet ihr in einem innovativen Unternehmen mit zukunftsorientierter Ausrichtung, nicht nur im Hinblick auf die Produktpalette? Seid ihr im Management tätig und schon in Kontakt mit der Thematik gekommen? In der Kommentarsektion ist genug Platz, um euch auszutauschen und spannende Eindrücke aus eurem Unternehmensumfeld in den Dialog zu bringen. Ich bin gespannt auf eure Rückmeldung und die Diskussion!

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2 Antworten zu “„Business as usual“ vs. Kreativität

  1. Ein sehr guter Beitrag. Ich denke auch in diesem Bereich hinken wir den USA wieder einmal hinterher. In Deutschland versuchen Konzerne dieses Vorgehen schon umzusetzen, aber insbesondere im Mittelstand fehlt es einfach noch an Offenheit für so ein Thema. Besonders kritisch ist dies zu sehen, da unsere Wirtschaftsleistung zu großen Teilen im Mittelstand erzeugt wird. Hier findet sich aber leider noch viel zu häufig der „alte Patriach“ der sagt wo es lang geht und gegenüber neuen Ideen nicht offen ist. Hier wird die Innovationskraft der Mitarbeiter schon von Grund auf unterdrückt. Damit diese Unternehmen aber weiterhin wettbewerbsfähig bleiben, sollte das Umdenken lieber heute als morgen stattfinden.

    http://www.lieferantenbasis.de

    • Hallo Matze,
      gleichzeitig gibt es aber auch zu viele Menschen die sich damit zufriedengeben einfach abzuarbeiten. Und lieber jammern wie sehr ihre Kreativität eingeengt wird. Kreativität ist halt auch harte Arbeit 😉 – und nicht, dass jede meiner verrückten Ideen abgefeiert wird. Manchmal muss man die Ideen auch verkaufen.

      Ich glaube, dass man gerade in den von dir angesprochenen Unternehmen eine innovativere Unternehmenskultur von unten her erarbeiten muss. Gerade weil sie nicht von oben zu 100% ermöglicht wird. Und dabei spielen Manager, Führungskräfte aber auch die Fachkräfte selbst eine ganz wichtige Rolle.

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