Beacons – kleine Leuchtfeuer

Beacons? Ja, das habe ich mal irgendwo schon einmal gehört“. Vielleicht kommt Euch dieser Satz bekannt vor. Ich selbst habe bisher nur zweimal von Beacons gehört bzw. gelesen. Das erste Mal hatte ich gerade mit Hilfe des Firefox-Addons Ghostery die Tracker im Internet blockiert, unter denen ein paar Beacons angezeigt wurden. Das zweite Mal habe ich dann in der Vorlesung von Beacons gehört. Da ich schon immer wissen wollte, was Beacons eigentlich sind, habe ich mich entschlossen, meine Rechercheergebnisse in einem Blogbeitrag zu veröffentlichen.

Wie unterscheiden sich Web-Beacons von Beacons?

Die Beacons, die von Ghostery entdeckt wurden, werden auch Zählpixel oder Web-Beacons genannt. Sie sind Bestandteil einer Webseite und zählen, wie oft auf diese zugegriffen wird. Sie haben jedoch nichts mit den Beacons gemeinsam, die in der Vorlesung erwähnt wurden.
Diese Beacons basieren auf der Bluetooth Smart Technologie bzw. Bluetooth Low Energy (BLE), die von Nokia entwickelt wurde. Als Grundlage dient, wie der Name schon sagt, die Bluetooth-Technologie, wobei hier die energiesparende Variante 4.0 verwendet wird. Der Hauptvermarkter ist Apple mit seinen „iBeacons„.

Wie funktionieren Beacons?

Signalstärke

Signalstärke Quelle: eigene Darstellung

Beacon ist das englische Wort für Leuchtfeuer und so verhält sich diese Technologie auch. Ein Sender sendet einen UUID (Universally Unique Identifier), der aus drei Informationen besteht: Wer (Unternehmen/Laden), Welche (Filiale) und Wo (Wo genau in der Filiale). Mit anderen Worten, der Sender funkt seine Position.
Ein entsprechender Empfänger, meist Euer Smartphone, empfängt dieses Signal und entschlüsselt es. Somit wird Euch dann die entsprechende Information als Push-Nachricht auf eurem Smartphone angezeigt.
Für den Empfang der Nachricht der Sender benötigt Ihr eine entsprechende App, die meist von den Anwendern der Beacons zum Download bereitgestellt wird. Neben der App müsst Ihr noch Euer Bluetooth aktivieren und der App erlauben, Push-Nachrichten empfangen und anzeigen zu dürfen.
Neben dem Senden der Nachricht misst der Empfänger auch die Signalstärke Eures Smartphones. Dabei gibt es vier Stufen: Unknown bedeutet, Euer Standort kann nicht genau bestimmt werden. Bei Far seid Ihr mehr als dreißig Meter vom Sender entfernt und bei Near mehr als zwei Meter. Immediate bedeutet, Ihr seid ca. 50 cm vom Sender entfernt. Beacons können bis ca. 100 Meter senden. Messen jetzt insgesamt drei Beacons die Signalstärke Eures Smartphones, kann Euer genauer Standort berechnet werden. Dies wird verwendet, um Euch dann standortbezogene Daten, z.B. Werbung, zu senden.

Die Kosten für den Transfer dieser Daten auf Euer Smartphone sind für das Unternehmen gering. Jedoch können nur kleine Datenmengen problemlos gesendet werden. Bei der Verwendung von Beacons muss das Unternehmen nur die Sender beschaffen, die mit ca. 20 € recht günstig sind, wobei der Preis in naher Zukunft und wenn mehrere Unternehmen Beacons verwenden, fallen wird.

Ich habe Euch oben schon über die Ermittlung Eures Standortes berichtet. Dieses Detail ruft den Datenschutz auf den Plan. Die Ermittlung des Standortes einer Person greift in deren Privatsphäre ein, da es einer Überwachung gleich kommt. Auch kann durch die Standortermittlung ein Bewegungsprofil des Nutzers erstellt werden, was wiederum von Unternehmen genutzt werden kann, um Nutzer gezielt zu bewerben.
Die ständigen Push-Nachrichten können ebenfalls zu Problemen führen. Ladet Ihr Euch z.B. eine beaconfähige App auf Euer Smartphone, stimmt Ihr nicht automatisch zu, dauernd Werbenachrichten zu erhalten. Natürlich könnt Ihr der App die Berechtigung für Benachrichtigungen untersagen, jedoch sollte dieser Schritt nicht zwingend nötig sein.

Fazit

Meiner Meinung nach können Unternehmen von dieser neuen Technik profitieren. Es gibt sicher viele Anwendungsmöglichkeiten für Beacons, hierzu wird es in nächster Zeit einen Blogbeitrag geben.
Ich selbst hätte bei der Verwendung beaconfähiger Apps ein eher unsicheres Gefühl und finde es nicht in Ordnung, dass mein Standort herausgefunden und ich mit Werbung quasi bombardiert werden kann. Vielleicht bin ich zu altmodisch, aber ich würde beaconfähige Apps nicht verwenden.

Wie seht Ihr das? Würdet Ihr solche Apps verwenden, oder lieber doch nicht?
Ich würde gerne Eure Meinung zu diesem Thema erfahren.

Quelle Beitragsbild: Leuchtfeuer fotografiert auf Sylt.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%A4hlpixel
http://de.wikipedia.org/wiki/IBeacon
http://www.n-tv.de/technik/Gehoert-den-Beacons-die-Zukunft-article13208436.html
http://www.technikjournal.de/cms/front_content.php?idcatart=1686idcat=59
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/startups/article132565803/Die-naechste-Generation-der-Smartphone-Werbung.html
http://onlinemarketing.de/lexikon/definition-beacon
http://www.sueddeutsche.de/digital/beacon-technologie-in-kaufhaeusern-rabatt-schlacht-auf-dem-smartphone-1.2047755

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3 Antworten zu “Beacons – kleine Leuchtfeuer

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