7 Einschränkungen von WordPress.COM

Wer schon immer einmal einen eigenen Blog starten wollte und sich hierfür nach geeigneter Software umgeschaut hat, wird schnell festgestellt haben, es führt kein Weg daran vorbei sich WordPress einmal genauer anzuschauen. WordPress ist eine freie Software zum Betrieb eines Webblogs. Es gibt zwei Möglichkeiten einen WordPress Blog zu betreiben. Wie diese aussehen und sich grob unterscheiden wird im Folgenden kurz erklärt.

.org vs .com

WordPress.org bietet die Möglichkeit eine Blogsoftware herunterzuladen und diese auf einen eigenem oder gehosteten Server zu installieren. In dieser Variante ist der Blog frei gestalt- und erweiterbar, technische Verwaltung und Administration müssen dafür selbst übernommen werden.

Die andere Variante WordPress.com bietet einen Blog als SaaS (Software as a Service) über eine Webplattform an. Hierbei kann zwischen drei Paketen gewählt werden:

  • Free
  • Premium
  • Business
Betriebsvarianten von "worpress.com", Quelle: WordPress.com

Betriebsvarianten von „WorPress.com“, Quelle: WordPress.com

Das Vorteilhafte an der .com Variante ist, dass weder Installation, Updates einspielen, Backup oder sonstige technische/administrative Aufgaben vom Blogger bzw. Betreiber durchgeführt werden müssen. Dies übernimmt vollständig der Plattformbetreiber.  Klingt gut? Leider müssen Blogbetreiber für diesen Service mit einer Reihe von Einschränkungen leben.

In diesem Beitrag werden die wichtigsten Einschränkungen, die bei der Verwendung der WordPress.com zu berücksichtigen sind dargestellt. Dabei wird gesondert auf die Einschränkungen eingegangen, die sich zusätzlich aus dem Free-Modell ergeben.

.com Einschränkungen

1. Theming
Wordpress.com bietet eine Auswahl aus ca. 440 verschiedenen Themes (Stand: Mai 2015) an, mit denen das Aussehen des Blogs definiert werden kann. Weitere bzw. eigene Themes sind nicht möglich.
Die angebotenen Themes sind bezüglich Farbeinstellungen oder Einbindung von Logos begrenzt anpassbar. Außerdem ist zu beachten, dass nicht alle angebotenen Themes kostenfrei sind. Die Preise für die kostenpflichtigen Themes reichen von 19 Dollar für Standardthemes bis 150 Dollar für Premium Themes heran.

2. Functionality/Plugins
Die Erweiterung der Funktionalität des Blogs durch Plugins ist über WordPress.com leider nicht möglich. WordPress.com bietet bereits integriert eine Reihe vom Plugins an. Eine Übersicht über die integierten Plugins kann im Supportbereich von WordPress.com abgerufen werden.
Dies bedeutet, es kann ausschließlich die bereitgestellte Funktionalität genutzt werden. Sollte diese für das angestrebte Vorhaben nicht ausreichend sein, bleibt nur zu hoffen, dass WordPress.com diese bald integriert oder der Wechsel zu .org auf ein selbstgehostetes System.

3. Code
Quellcodes sind über WordPress.com nicht les- und bearbeitbar. Dies betrifft den PHP-Programmcode und auch den HTML-Code des Themes. Letzteres hat zur Folge, dass man sich beim OnPage-SEO ausschließlich auf die Strukturierung der Inhalte und des Blogaufbaus konzentrieren kann. Die gezielte Steuerung technischer Aspekte, wie das Setzen von Headern und Tags im Markup sind nicht möglich, werden aber von WordPress.com automatisiert erledigt.
Ein Hinweis hierzu, die für Suchmaschinen entwickelten Meta-Tags „keywords“ und „description“ werden von den meisten großen Suchmaschinen heute nicht mehr verwendet. Daher wirkt die Einschränkung zunächst gewichtiger als sie eigentlich ist.

4. Rolemangement
Auf großen Blogs mit vielschichtigen Aufgaben in der Redaktion ist die gezielte Vergabe von Rechten ein geeignetes Werkzeug, um Rollen zu definieren, die zur Zuständigkeit eines jeden Akteurs auf dem Blog passt. Auf .com ist das Anlegen von eigenen Rollen mit individuellen Rechten nicht möglich, stattdessen werden folgende vordefinierte Rollen angeboten.

  • Administrator
  • Redakteur
  • Autor
  • Mitarbeiter
  • Follower

Die genauen Rechte der einzelnen Rollen können im Supportbereich von WordPress.com im Detail nachgelesen werden.

Die kostenfreie Variante – Free

Zusätzlich zu den allgemeinen Beschränkungen von .com werden Blogbeginner mit einigen weiteren Beschränkungen der gratis (Free) Variante konfrontiert. Die meiner Meinung nach wichtigsten sind nachfolgend detaillierter beschrieben.

5. Theme Customizing
Soll das Aussehen des Blogs individualisiert werden, z.B. eigene Schriftarten oder eigene Textformatierungen, dann ist ein Upgrade um die Option Custom Design oder auf ein größeres Paket wie z. B. Premium nicht vermeidbar. Gerade die Anpassung des gewählten Themes mittels CSS ist aus Individualisierungsgründen ratsam. Mit der Option „Custom CSS“, gesondert erhältlich oder in der Option Custom Design enthalten, erhält man Zugriff auf den CSS-Code des gewählten Themes und kann diesen nach Belieben anpassen. Soll der Blog frei von Zusatzkosten bleiben, fallen diese weitreichenden Gestaltungsmöglichkeiten weg.

6. Google Analytics
Will man detaillierte Informationen zur Nutzung seines Blogs erhalten, als die von .com bereitgestellten Statistiken, wird man schnell auf Google Analytics als Standardwerkzeug treffen. Dieses ermöglicht detaillierte Informationen und automatisierte Berichte über die Nutzung des Blogs bzw. von Webseiten allgemein. Google Analytics ist ein Webseitenanalysetool das über einen „Analytics-Code“, der in den Quellcode einer Webseite eingebaut wird, genutzt werden kann. Wordpress.com User haben hier ein Problem. Sie haben keinen Zugriff auf den Quellcode ihres Markups und können deshalb auch keinen Analytics-Code einbinden. WordPress.com bietet die Möglichkeit, über ein Update auf das Enterprise Paket, Google Analytics zu nutzen. Nach dem Upgrade kann der Blog mit einem Google-Konto verbunden und Google Analytics genutzt werden. Für Free User schlecht, sie müssen auf Google Analytics leider verzichten.

7. Storage
Zuletzt, der dem Blog zur Verfügung stehende Speicherplatz. In der Free Variante ist dieser auf 3GB für Fotos und sonstige Uploads begrenzt. Für Beginner sicher ausreichend, für größere Blogs wahrscheinlich ziemlich schnell ein Problem. Hier sorgt ein Upgrade auf ein größeres Paket für Abhilfe.

Fazit

Hobbyblogger finden mit der SaaS-Lösung von WordPress.com zu Beginn erst einmal alles, was für den Betrieb eines kleinen privaten Webblogs notwendig ist. Mit wachsenden Anforderungen, insbesondere bzgl. der Individualisierung wird es meiner Ansicht nach schwerer mit .com glücklich zu werden. Für Unternehmen und Marken, die über ihr eigenes Branding verfügen und spezielle Funktionalität benötigen, ist die Nutzung von .org auf eigenen Servern sicher empfehlenswerter, auch wenn dies bedeutet, dass erweiterter administrativer Aufwand notwendig ist.

Hobbybloggern ist .com zu empfehlen, Unternehmen und größeren Organisationen mit speziellen Anforderungen eher nicht. Hierfür sind die Funktionen zu eingeschränkt. Im Segment dazwischen muss genau abgewogen werden, ob die Funktionalität von .com für mein Vorhaben heute und in Zukunft ausreichend ist bzw. sein wird.

Was meinst du? Würdest du einen .com Blog starten oder doch eher auf die .org Variante zurückgreifen?

Beitragsbild: „The Art of WordPress“ von mkhmarketingCC-BY-2.0

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