Ist Spotify das Richtige für Musikliebhaber?

Im Rahmen der Ausarbeitung zum Thema Geschäftsmodelle befasste ich mich mit dem Unternehmen Spotify. Das Unternehmen will Musikliebhaber für seinen Dienst anwerben. Ist der Dienst aber tatsächlich für Musikliebhaber geeignet? Um das herauszufinden, habe ich mir die App sowie die Desktop-Anwendung genauer angeschaut und werde nun meine Erkenntnisse mit dir teilen.

Das Finden der App im AppStore

Ich weiß ja nicht, wie du zu neuen Apps kommst, ich durchstöbere gerne die Bestenlisten und Vorschlagkataloge des AppStores auf meinem Smartphone (Apple iPhone 4). Vielleicht hatte ich mich zu sehr einlullen lassen, was den Erfolg von Spotify angeht, weshalb ich dachte, wenn die App so erfolgreich ist, werde ich die App auf diese Weise finden. Vor allem nahm ich an, dass die App in der Kategorie „Musik entdecken“ vertreten sein müsste, da das ein Feature ist, das von Spotify versprochen wird. Die App kannst du aber nicht in dieser Kategorie finden.

Erst mit der direkten Suche nach Spotify wurde ich fündig, doch wenn du nach „Spotify“ suchst, wirst du mit über 300 Ergebnissen erschlagen. Diese hohe Zahl ist wohl den ganzen Apps zu verdanken, die Spotify integriert haben. Dies ist möglich, da Spotify Entwicklern verschiedene Werkzeuge  zur Verfügung stellt, um auf Spotify Inhalte zuzugreifen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die App beim ersten Mal Suchen übersehen habe, jetzt kannst du sie aber auf den 14. Platz im Ranking der beliebtesten kostenlosen Downloads im AppStore sehen (Stand: 05.05.15), was eine gewisse Beliebtheit bei den Anwendern belegt.

Erste Eindrücke

Nach dem Starten der Applikation sieht du im Hintergrund ein Video laufen, während im Vordergrund nach einer Anmeldung oder einer Registrierung verlangt wird. Nach der Registrierung und somit der Zustimmung der üblichen Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie bekommst du die obligatorische Frage, ob die App Push-Mitteilungen senden darf, was ich persönlich standardmäßig ablehne. Diese Entscheidung kannst du in den Einstellungen jeder Zeit ändern. Jetzt kannst du die App nutzen, somit Musik hören, zumindest theoretisch.

Ich hatte zu Anfang einige Probleme. Die App hängte sich ständig auf und es war mir nicht möglich auch nur ein Lied zu Ende zu hören. Ob es an dem neuen Update der App, an der Strategie von Apple  oder an was anderem lag, darüber kann ich nur spekulieren. Schließlich bekam ich die App doch noch zum Laufen, indem ich mein Smartphone neu startete.

Aussehen und Handhabung

Graue Kacheln auf schwarzem Hintergrund

Graue Kacheln auf schwarzem Hintergrund

Spotify wählt für seine Anwendungen ein Farbschema mit schwarzem Hintergrund und weißer Schrift. Diese Entscheidung, sorgt zwar für hohen Kontrast und du kannst die Schrift besser erkennen, auf Dauer ist das Lesen aber recht anstrengend. Immerhin passen die in dunkelgrau gehaltenen Icons im Kacheldesign optisch in das verwendete Farbschema, allerdings siehst du sie, anders als die Schrift, schwer und daher aus meiner Sicht eine ungeeignete Wahl. Die verwendeten Icons finde ich dafür meistens verständlich, aber die Anwendung unterstützt auf dem iPhone leider keine horizontale Ansicht.

Die Musikauswahl

Der Musikstreaming-Dienst verspricht eine große Auswahl an Musikstücken. Dieses Versprechen hält der Dienst sehr wohl mit über 20 Mio. Liedern ein. Vielleicht lag es an meinem Musikgeschmack, aber alle die von mir gesuchten Lieder waren verfügbar, das zeigt, dass die Auswahl für mich ausreichend groß ist. Nach häufigem suchen dauerte es aber nicht lange, bis ich merkte, dass ich nur Lieder aussuchte, die ich kenne bzw. selbst schon verfüge. Dafür bietet dir Spotify vermeintlich mit dem Radio Abhilfe.

Mit der Radiofunktion bekommst du eine Auswahl an Liedern vorgespielt, die in einem bestimmten Genre angesiedelt sind. Je nach deinem Geschmack kannst du diese Auswahl beeinflussen, indem du ein Lied als „gefällt“ oder „nicht gefällt“ markierst. Optional kannst du mit jedem beliebigen Lied das Radio starten.

Zugegeben, der Algorithmus zur Auswahl der Lieder funktioniert sehr gut, denn nach nur wenigen „gefällt“ bzw. „nicht gefällt“, wurden mir bis auf ein oder zwei Ausnahmen nur Lieder vorgespielt, die mir gefielen. Das Manko besteht aber daran, dass ich die vorgeschlagenen Lieder ebenfalls schon kannte, bzw. mir ebenfalls seit langem zur Verfügung stehen. Wirklich neue Musikstücke konnte ich nicht entdecken, was mich zu dem Schluss bringt, dass diese Funktion für einen echten Musikliebhaber nicht viel bringt, denn dieser würde ebenfalls keine neuen Lieder kennenlernen.

App vs. Desktop

Falls du Spotify auf deinem Rechner nutzen möchtest, kannst du dir über die Homepage die Desktop-Anwendung herunterladen. Nachdem mein Datenvolumen aufgebraucht war, habe ich das auch getan und Spotify als Desktop-Anwendung heruntergeladen. Diese ist optisch der mobilen Applikation ähnlich, womit du dich schnell zurechtfindest. Dabei ist zu erwähnen, dass du bei der Desktop-Anwendung einige Funktionen zur Verfügung hast, die bei der mobilen App fehlen. Eine solche Funktion ist die Anzeige von Songtexten, die durch das italienische Unternehmen musixmatch entwickelt wurde. Während das Lied läuft, kannst du dir den dazugehörigen Songtext ansehen, der synchron angezeigt wird. Die meisten Funktionalitäten sind aber gleich.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Free vs. Premium

Ich habe die mobile sowie die Desktop Anwendung einige Tage ausprobiert, schnell wurde mir aber klar, dass die free Version nicht ausreichend ist. Lieder können nicht vor- oder zurückgespult werden. Einzelne Lieder aus Alben können nur umständlich einzeln und direkt gehört werden. Lieder können nur im Zufallsmodus (Shuffle) gehört werden. Zwischenzeitlich kommen Liedvorschläge, die angehört oder umständlich umgangen werden müssen. Bei diesen Nachteilen ist das Einblenden der Werbung der erträglichste. Das diese, für einen Musikplayer als Standard einzustufende, Funktionalitäten nicht zur Verfügung stehen, nimmt natürlich Spotify zum Anlass sein Premium-Abo zu Lobpreisen, damit du auch für den Dienst bezahlst. Neben den monatlichen Kosten für das Abo, solltest du auch die Kosten für das anfallende Datenvolumen berücksichtigen. Falls du Telekom Kunde bist, dann lohnt sich der Spotify-Tarif sicherlich für dich. Leider bin ich kein Telekom Kunde und aus diesem Grund wechseln will ich auch nicht.

Spotify vs. andere Musikstreaming Anbieter

Da ein Wechsel des Mobilfunkanbieters für mich momentan nicht in Frage kommt, habe ich mich nach einem ähnlichen Tarif umgeschaut und entdeckt, dass es eine Napster Music-Flat bei O2 gibt. Jetzt stellst du dir zu Recht die Frage, was denn nun der große Unterschied zwischen allen Musikstreaming-Diensten ist. In diesem Zusammenhang stieß ich dann auf einen lesenswerten Artikel auf Golem, der sich unter Anderem ebenfalls diese Frage stellte. Thema dieses Artikels ist die Zukunft der Musikstreaming-Dienste.

Abschließend kann ich nur sagen, dass du für dich selbst herausfinden musst, ob du Musikliebhaber bist oder nur sporadisch Musik hörst, ob Spotify für dich das richtige ist. Teile mir bei dieser Gelegenheit doch mit, welche Erfahrungen du mit Spotify gesammelt hast.

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Eine Antwort zu “Ist Spotify das Richtige für Musikliebhaber?

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