The Silicon Valley Mindset – Dr. Tamara Carleton zu Gast an der Graduate School Rhein-Neckar

Am 21.04.2015 hielt Dr. Tamara Carleton einen Vortrag über das „Silicon Valley Mindset“ an der Graduate School Rhein-Neckar. Darin beschrieb sie die schier endlose Innovationskraft und den Erfindergeist des Silicon Valley und dessen Ursprünge. Tamara Carleton ist Mitgründerin und CEO des Innovation Leadership Board. Außerdem unterrichtet sie an der Stanford University.

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Dr. Tamara Carleton in der Graduate School Rhein-Neckar

Auf keiner Landkarte zu finden

Das Silicon Valley ist kein Ort, der auf Landkarten verzeichnet ist so wie Mannheim oder San Francisco. Es ist eher die Bezeichnung eines Gebiets, das sich von San Jose bis nach San Francisco erstreckt und das stark vorstädtisch geprägt ist. Aber vor allem ist Silicon Valley laut Carleton eine Mentalität, eine besondere Art zu Denken! Über 11.000 Startups begannen hier ihre Firmengeschichte. Dabei stellte sich der Erfolg keinesfalls über Nacht ein. Einige sagen sogar, dass die besondere Einstellung zum Leben im Valley seinen Ursprung bereits im Wilden Westen während des Goldrausches hatte. Damals musste man die Dinge selbst anpacken, um etwas zu erreichen. Befeuert von der Hoffnung auf einer bessere, auf eine große Zukunft trieb es viele in die Goldminen Kaliforniens. Diese Macher-Mentalität ist dort heute noch zu finden. Eng verknüpft mit der Geschichte des Silicon Valley ist auch die Geschichte der Stanford University. Sie wurde von Leland Stanford und seiner Ehefrau Jane Stanford im Jahr 1891 im Andenken an ihren früh verstorbenen, einzigen Sohn gegründet. Sie war im Vergleich zu anderen Spitzenunis der Zeit, wie z. B. Harvard, nicht religiös geprägt, sondern sollte Frauen und Männern gleichermaßen das Studium ermöglichen. Noch heute gilt Stanford als wichtiger Wachstumsfaktor in der Region.

 The Silicon Valley Mindset

Tamara Carletons Silicon Valley Mindset besteht aus fünf wesentlichen Faktoren. Diese tragen alle zur Innovationskraft des Valley bei.

We solve Problems: Vielen jungen Startups aus dem Silicon Valley geht es nicht darum, das große Geld zu machen (zumindest nicht in erster Linie). Sie wollen Probleme lösen. Unserer Probleme. Die großen Probleme, die viele betreffen, aber genauso die kleinen Probleme, die uns im Alltag aufhalten. Manche wollen nicht weniger, als die Welt mit ihrer Idee zu revolutionieren! Ein gutes Beispiel für ein Silicon Valley Startup, das es geschafft hat, in kürzester Zeit eine gesamte Branche gegen sich aufzubringen ist Uber. Mit ihrer Vermittlung von Taxifahrten von privaten Fahrern ändern sie unser Verständnis der alteingesessenen Taxiunternehmen.

Everybody is welcome: Im Valley war Diversity schon immer aktuell. Ein hoher Anteil an Einwanderern bringt viele unterschiedliche Sichtweisen zusammen. Gemeinsam wirken diese wie ein Katalysator. Jeder möchte seinen Teil zu einer besseren Welt beitragen und jeder ist dabei willkommen! Im Sillicon Valley ist man seit jeher gut vernetzt. Und es gibt kaum ein Startup, das nicht irgendwie mit Stanford in Verbindung steht. Man kennt sich, man hilft sich. Bei Problemen kennt man immer irgendjemanden, der jemanden kennt.

Persist (fail early, fail often): Schon Winston Churchill wusste: „Es ist von großem Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, recht frühzeitig zu machen.“. Diese Einstellung teil man auch im Valley. Fehler sind Chancen, es besser zu machen. Wenn ein (Business-)Plan nicht funktioniert, wird einfach so lange justiert bis es klappt. Im Valley nennt man das „pivoting“.

Informal matters: Es geht nicht immer darum, sich allen gegebenen und formellen  Strukturen zu beugen. Ideen werden davon unabhängig geteilt, diskutiert und gemeinschaftlich verbessert. So steht auch die Stanford University nicht nur ihren Studenten offen, sondern auch vielen anderen Interessierten. Was zählt sind Orte, an denen man sich über alles und mit jedem austauschen kann. Den eigenen Gedankenfluss kann man sowieso nicht stoppen. Die besten Ideen kommen einem vielleicht in der Bar.

Go big: Oder anders gesagt: „Why think small?“. Im Silicon Valley hat jeder die aktuellste, neuste, tollste und beste Idee und tritt an, um die Welt damit zu verändern. Jeder möchte das nächste Unicorn sein; ein billion dollar startup. Klar, nicht jeder kann es schaffen. In der Tat schaffen es nur die wenigsten mit ihrem Startup erfolgreich zu sein. Doch es immer wieder zu versuchen, um doch irgendwann mit der richtigen Idee am richtigen Ort zu sein, dass ist Teil des Silicon Valley Mindset.

Da das Silicon Valley, wie Anfangs erwähnt, nicht nur ein Ort, sondern auch eine Mentalität ist, kann jeder von uns das Silicon Valley Mindset selbst leben: „Bringing Silicon Valley inside“. Wie? Ganz einfach!: „learn it“, „habit“, „visit“, „live it“. Eine genauere Anleitung für innovative Denkansätze liefert Tamara Carleton in ihrem frei erhältlichen „Playbook for Strategic Foresight and Innovation.

Nach soviel amerikanisch angehauchtem Unternehmertum war es auch wenig verwunderlich, dass nach dem Vortrag die Frage an Tamara Carleton gerichtet wurde, warum man denn im Silicon Valley so viel erfolgreicher ist als in Deutschland. Die Antwort auf diese Frage ist sicher nicht leicht zu beantworten. Aber ein wesentlicher Faktor ist laut Carleton aber fehlendes Risikokapital. Nur zum Vergleich: Im Silicon Valley finden wir die größte Konzentration an Risikokapital weltweit. Carleton lobte aber ihre persönliche gute Erfahrung die sie in Berlin mit jungen Startups gemacht hat.

Fazit

Dr. Tamara Carleton gab in ihrem Vortrag einen interessanten und persönlichen Einblick in die Welt des Silicon Valley. Viele Faktoren haben zum Erfolg der Region beigetragen. Wir alle können etwas vom Unternehmergeist und der Kreativität des Silicon Valley aufgreifen und in unser eigenes Tun und Handeln einbringen.


Quellen

„The Silicon Valley Mindset“, Vortrag Dr. Tamara Carleton , 21.04.2015, Graduate School Rhein-Neckar

Beitragsbild „The Gates of Dawn“ Paul Weeks. Lizenz CC BY-NC-ND 2.0

Weiterführende Links

Playbook for Strategic Foresight and Innovation

Innovation Leadership Board

Graduate School Rhein-Neckar

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