Coursera – Take the world’s best courses, online, for free.

Wer will das nicht: Uni Kurse wann und wo immer man will besuchen? Erfahren, was es bedeutet in Harvard zu studieren; am Besten auch noch kostenlos! Geht nicht? Geht ja wohl!

Coursera heißt die Antwort auf diese Fragen. Das 2012 gegründete Stanford-Startup hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen weltweit zu ermöglichen, Vorlesungen der besten Universitäten zu hören. Schon 3 Jahre nach der Gründung kann Coursera satte Erfolge verbuchen: 84 Millionen Dollar in Investitionen, 4 Million Dollar Umsatz (seit Gründung), 120+ Mitarbeiter und über 12 Millionen aktive Benutzer sprechen für sich.

Aber was macht eigentlich Coursera genau und wie hebt es sich von bestehenden MOOC (Massive Online Open Courses) Unternehmen ab?

Wer kostenloses Mitglied bei Coursera ist, kann sofort auf die gesamte Bibliothek von über 1000 Online Kursen und Vorlesungen aus Biologie, IT, Ingenieurwesen, Sozialwesen uvm. zugreifen. Kurse bestehen aus Videos, Texten und Slides. In sogennanten „Specializations“ können User bestimmte Kurse mit weiterführendem Material vertiefen. Darüber hinaus kann erlerntes Wissen durch automatisierte Tests überprüft werden. Gegen eine Gebühr können Teilnahmen an den unakkreditierten Vorlesungen zertifiziert werden, was auch die Haupteinnahmequelle für Coursera darstellt.

Coursera versucht sich von anderen MOOC Plattformen mit hohen Qualitätsstandards zu unterscheiden. Lehrmaterial darf ausschließlich von Elite Universitäten, weltbekannten Firmen und renommierten Wissenschaftlern angeboten werden. Durch das Anbieten einer Bandbreite an Kursen für nicht-technische Studiengänge und Berufe, hat es Coursera auch geschafft, sich in ihrem Kursangebot zu diversifizieren.

Das Geschäftsmodell von Coursera nach Osterwalders Business Model Canvas

Du fragst dich doch bestimmt, wie das Geschäftsmodell von Coursera aussieht. Genau mit dieser Fragestellung haben wir uns befasst und werden dir nun einen Einblick darüber verschaffen.

Es war gar nicht so einfach das Geschäftsmodell von Coursera nachzubilden. Wir haben uns hierfür an das Buch „Business Model Generation“ von Osterwalder und Pigneur gehalten. In diesem Buch wird das Business Model Canvas  beschrieben. Das sagt dir nichts? Kein Problem, wir verraten es dir. Grob zusammengefasst gibt es neun Bausteine, die für die Erstellung eines Geschäftsmodells wichtig erscheinen. Die Kundensegmente, die Wertangebote, die Kanäle, die Kundenbeziehungen, die Einnahmequellen, die Schlüsselressourcen, die Schlüsselaktivitäten, die Schlüsselpartner und die Kostenstruktur.

Customer Segments

Zunächst musst du dir Gedanken über die Zielgruppe machen. Es ist eindeutig, dass Coursera sowohl Konsumenten als auch Anbieter als primäre Kunden haben muss, damit die Online-Lernplattform überhaupt läuft. Anbieter sind in diesem Fall alle Elite-Universitäten und Einrichtungen, die Kurse über Coursera anbieten. Die Konsumenten sind folglich alle Personen, die an den Online-Kursen teilnehmen.

Value Propositions

Hier geht hauptsächlich darum, was der Zielgruppe für Werte angeboten werden. Im Fall von Coursera haben wir uns erstmal Gedanken über den Nutzen für die Anbieter gemacht. Hierbei haben wir festgestellt, dass die Anbieter bzw. Elite-Universitäten ihr internationales Ansehen stärken wollen. Für die Nutzer (Konsumenten) von Coursera wird bereits eine hohe Qualität der Kurse garantiert, da die Anbieter hauptsächlich Elite-Universitäten sind. Der Vorteil an der Online-Lernplattform ist außerdem, dass die Nutzer Zertifikate erwerben können. Es sieht sicherlich schön aus wenn in den Bewerbungsunterlagen ein Zertifikat von einer Elite-Universität wie der Stanford University oder LMU nachgewiesen werden kann.

Channels

Nun müssen die Werte irgendwie an die Kunden vermittelt werden. Dazu gibt es Diverse Möglichkeiten, die ein Unternehmen nutzen kann. Coursera nutzt an erster Stelle ihre eigene Webseite und bietet die Kurse über eine Cloud-Plattform an. Die Nutzer können sowohl über die Webseite als auch über die App für mobile Endgeräte auf die Kurse und weitere Dienste von Coursera zugreifen. Ist das schon alles? Nein, natürlich nicht. Das Unternehmen nutzt auch die Möglichkeit, ihre Kunden über Social Media (wie Twitter, Facebook, Google+ und Blog) anzusprechen. Dadurch bleiben die Kunden immer auf dem Neuestem und erfahren ob es beispielsweise neue Kursangebote gibt oder neue Partner. Coursera verfolgt das Ziel, mehr Kunden anzulocken und dadurch die Wahrscheinlichkeit für die Nutzung von Premiumdienstleistungen zu steigern.

Customer Relationships

Kundenakquise, -pflege und Verkaufssteigerung. Das sind die Begriffe, die unter Kundenbeziehungen anfallen. Durch die Nutzung der Self-Service Dienstleistung kann sich die Kunden bei Coursera selbstständig registrieren und bei einem oder mehreren Kursen einschreiben. Für bestehende Kunden bietet Coursera an, über Online-Communities Fragen und Probleme untereinander auszutauschen. Für Coursera hat das den Vorteil, dass sie ihre Kunden besser kennenlernen können und somit ihre Webseite dementsprechend ausbauen können um eventuell erkannte Lücken im Geschäftsmodell zu schließen. Der Verkauf von Zertifikaten kann ein Anreiz zum Erhalt von weiteren Zertifikaten werden oder sogar zu einer Spezialisierung in einem bestimmten Fachgebiet führen.

Revenue Streams

Bei jedem E-Business unternehmen stellt man sich doch die Frage: „Wie verdienen die eigentlich ihr Geld?“ Die Haupteinnahmen von Coursera sind die kostenpflichtigen Zertifikate. Die Kosten liegen in der Regel zwischen 30 $ und 100 $. Aber auch durch Sponsoring und Tutorien können Einnahmen erzielt werden. Laut einem Blogeintrag von Coursera, hatte Coursera eine eigene Recruiting Dienstleistung. Dabei hatten sie die Studenten an Unternehmen weitergeleitet die ihren Interessen entsprachen. Doch wahrscheinlich wurde das wieder eingestellt, da die Webseite zu den Career Services von Coursera nicht mehr existiert.

Key Resources

Hier wird geprüft, was absolut unverzichtbar für das Unternehmen ist und welche Infrastruktur für das Produkt oder die Dienstleistung notwendig ist. Als Start-up-Unternehmen reicht das Kapital meisten nicht aus. Aus diesem Grund braucht das Unternehmen zunächst Investoren, um etwas aufbauen zu können. Für Coursera bedeutet das, dass sie die Infrastruktur für die Cloud-Plattform auf jeden Fall benötigen um die Kurse streamen zu können. Dazu sind Mitarbeiter notwendig, wie Entwickler und Administratoren usw. Doch was bringt eine Plattform ohne die Kursangebote? Auch die Kursangebote der Partner gehört zu den Schlüsselressourcen von Coursera.

Key Activities

Was wird benötigt, um die Value Propositon zu verwirklichen? Was sind die wichtigsten Aufgaben hierfür? Coursera ist auf ihre Partnerschaften angewiesen weil sie nur dadurch die Onlinekurse den Nutzer zur Verfügung stellen können. Daher ist die Akquisition neuer Partner das A und O für das Unternehmen.

Qualitätsmanagement ist ein weiterer wichtiger Begriff, der anfallen sollte. Coursera geht nur auf eine Partnerschaft mit Elite-Universitäten ein. Das heißt, die Angebote sollten qualitativ einen bestimmtes Niveau besitzen, da die Erwartungen der Kunden sind hoch sind.

Wir haben herausgefunden, dass die IT-Infrastruktur von Amazon Web Services (AWS) betrieben und gewartet wird. In Bezug auf die Plattform,  ist eine Weiterentwicklung und Betreuung dieser immer erforderlich.,

Key Partnerships

Wer sind die unverzichtbaren Partner von Coursera? Ganz klar stehen hier ganz oben auf der Liste die Top-Universitäten und Organisationen, die die Kurse überhaupt zur Verfügung stellen. Coursera hat nämlich keine eigenen Lehrinhalte zur Verfügung und ist somit auf ihre Partner angewiesen.

Vielleicht hast du dir Frage gestellt, wie Coursera denn nachweisen kann ob die Prüfung vom Teilnehmer selber absolviert wird? Coursera arbeitet mit einem weiteren Unternehmen namens ProctorU zusammen. ProctorU ist ein Unternehmen, das sich auf dem Gebiet Prüfungsaufsicht über Webcam, Screensharing und Eye-Tracking spezialisiert hat.

Wir haben bereits erwähnt, dass Coursera mit Amazon Web Services zusammenarbeitet. Die IT-Infrastruktur ist die Existenzgrundlage der Plattform. Aus diesem Grund stellt AWS einen weiteren essenziellen Partner dar.

Cost Structure

Jedes Unternehmen hat bestimmte Kosten und so auch Coursera. Für die Bereitstellung der Plattform benötigt Coursera Personal wie Entwickler, Administratoren, Community Manager und Experten auf dem Gebiet Social Media. Weitere Personalkosten entstehen im Bereich der Verwaltung, der Partnerbetreuung und Unternehmensführung.

Weitere Kosten sind z. B. Fixkosten wie die Bereitstellung von Arbeitsplätzen und Verwaltungskosten.

Verbesserungsvorschläge

Coursera ist schon jetzt auf einem guten Weg in naher Zukunft ein multi-Millionen Dollar Startup zu werden. Es braucht allerdings noch einige Aspekte bzw. Erweiterungen um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Hier sind ein paar Verbesserungen die uns eingefallen sind:

Bundles/Studiengänge

Coursera zertifiziert zurzeit einzelne Kurse und Spezialisationen ähnlich wie bei Universitäten. Unser Vorschlag wäre, gut zueinander passende Vorlesungen (z.B. aus dem Bereich der IT-Sicherheit), ähnlich wie ein Semester, zu bündeln und für einen Pauschalpreis anzubieten. Wer alle Kurse erfolgreich absolviert, bekommt ein Zusatzzertifikat (z.B. „IT Security Specialist“). Dies würde nicht nur den Universitätscharakter von Coursera unterstreichen, sondern auch Kunden besser dauerhaft binden.

Corporate Learning-Plattform

Die stetige Ausbildung und Wissenserweiterung von Mitarbeitern ist ein sehr großes Thema in Firmen. Durch Coursera können nicht nur große, sondern auch sehr kleine Firmen von qualitativ hochwertigem Unterricht profitieren. Gruppenmanagement ist allerdings nicht möglich und auch so lässt sich effizientes Schulen der Mitarbeiter durch ihre Firmen nur schwer steuern. Eine Corporate Learning Plattform mit der das Verwalten und Koordinieren von Angestellten erleichtert wird erachten wir deshalb als äußerst sinnig, besonders wenn man bedenkt, dass Firmen sehr attraktive Geldgeber sein können.

Anerkennung von Vorlesungen

Vorlesungen und Kurse von Coursera werden aufgrund fehlender, offizieller Akkreditierung nur von wenigen Universitäten anerkannt. Wir denken daher, dass die Beglaubigung von Kursen und Vorlesungen durch den Staat als Alleinstellungsmerkmal sehr erstrebenswert ist.

Stipendien

Coursera rühmt sich selbst damit kein Geld für Werbung auszugeben, dennoch könnten sie mit Stipendien ihr Image ohne finanziellen Aufwand verbessern. Coursera setzt sich selbst auch wohltätige Ziele; auch hier würden Stipendien sehr gut in die Firmenphilosophie passen, indem man finanziell benachteiligten Studenten unter die Arme greift.

Besserer Sprachen Support

Von ca. 1000+ Kursen auf Coursera sind nur etwa 60 in die Weltsprache Spanisch übersetzt. Die freiwillige Übersetzungsarbeit durch User findet nur wenig Zuspruch. Coursera sollte sich unserer Meinung nach mit dem Gedanken beschäftigen zumindest besonders populäre Kurse von professionellen Dolmetschern übersetzen zu lassen.

Zukunftsaussichten

Coursera positioniert sich an einem in der Zukunft wichtigsten Märkte: Bildung. Durch die steigende Anzahl an Hochschulabsolventen und dem Fachkräftemangel hierzulande wird Bildung für jeden Einzelnen immer wichtiger. Daher ist das Angebot, zeitlich und räumlich mit Materialien auf Spitzenniveau zu lernen, für Coursera ein zukunftsträchtiges Modell, um sich am Markt weiter zu etablieren und zu wachsen. Außerdem ist es für den Einzelnen heutzutage wichtiger denn je hochspezialisiert zu sein, seine Qualifikation nachweisen zu können, sowie in der Lage zu sein interdisziplinär arbeiten zu können. Gerade das von Coursera vertretende Prinzip, ausschließlich Bildung von Spitzenanbietern in unterschiedlichen Bereichen bereitzustellen, ermöglicht es dieses Bedürfnis zu erfüllen. Mit steigender Nutzerzahl steigt gleichzeitig die Attraktivität für Unternehmen, Coursera als Plattform für Sponsoring oder zur Suche nach potenziellen Mitarbeitern zu nutzen. Hinsichtlich seiner eigenen Struktur ist Coursera heute schon auf dem Weg der Zukunft. Es nutzt ausschließlich Cloudangebote zur Bereitstellung seiner Dienste.

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