Geschäftsmodell unter der Lupe: Spotify

Das schwedische Start-up Spotify ist ein, mit 60 Millionen monatlichen aktiven Nutzern weltweit(im Januar 2015), sehr erfolgreiches Musikstreaming-Unternehmen. Doch nur auf Basis von Nutzerzahlen können keine Aussagen über den Erfolg eines Unternehmens gemacht werden. Was genau macht also Spotify so erfolgreich? Dies haben wir anhand der Analyse des Geschäftsmodells mit Hilfe eines Business Model Canvas erarbeitet. Unser Business Model Canvas findest du hier.

 

Über das Unternehmen

spotify_logo
Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2006. Mit Hauptsitz in Stockholm hat das Unternehmen im Jahr 2014 bereits 1200 Mitarbeiter. Spotify stellt auf seiner Plattform für registrierte Anwender kostenlos Musik zum Streamen zur Verfügung, die durch die Einblendung von Werbung finanziert wird. Mit dem Abschuss eines Premium-Abonnements kann der Dienst werbefrei genutzt werden. Bisher ist Spotify in über 50 Ländern verfügbar. Mit einem geschätzten Wert von 4 Mrd. Dollar zählt das Unternehmen zu den wertvollsten digitalen Start-ups bis März 2015.

 

Wer ist die Zielgruppe? – Costumer Segments

Wer genau zählt denn als Kunde von Spotify? Wer verwendet Spotify?

Noch im März dieses Jahres sprach Spotify auf seiner Homepage direkt Musikliebhaber an, die mit der Plattform leichter neue Musik entdecken können, die diesen gefallen könnte. Jetzt hat sich das Marketingkonzept von Spotify dahingehend geändert, dass sie wohl den Mainstream ansprechen, denn jetzt bietet das Unternehmen “Musik für alle“ an. Da diese Änderung nach unserer Ausarbeitung  veröffentlicht wurde, konnten wir diese Änderung nicht weiter auf die Auswirkungen auf das Geschäftsmodell analysieren, weshalb sich dieser Blogbeitrag auch auf die Sicht auf das Unternehmen im Zeitraum der Ausarbeitung  bezieht.

Nach den Musikliebhabern spricht Spotify Werbetreibende an, die ständig auf der Suche nach Werbemöglichkeiten sind. Es ist recht einleuchtend, dass eine vielbenutzte Plattform ein Magnet für Vermarkter ist, da sie damit viele Menschen auf einmal mit ihrer Werbung auf den Geist gehen können.

Auch „kleine, unbekannte“ Künstler, die bisher noch kein großes Publikum hatten, suchen auf der Plattform nach Berühmtheit und schnellem Reichtum.
Dazu ein kurzes Video:
https://www.powtoon.com/show/g1gfgSrUgnn/spotify/#/

Was wird versprochen? – Value Proposition

Doch was genau verspricht Spotify diesen Gruppen, dass sie zu Spotify gelockt werden?

Mit über 20 Millionen Musikstücken ist die riesige Musikauswahl, die jederzeit und überall abrufbar ist, der größte Nutzen, den Spotify den Musikliebhabern bietet. Weiterhin bietet Spotify seinen Nutzern die Möglichkeit, die Musikstücke kostenlos und legal zu hören.

Das Durchstöbern von Playlists erleichtert es dem Anwender, sich für ein Musikstück aus der großen Auswahl zu entscheiden, aber vor allem hält er den ihn lange auf der Seite. Selbstverständlich unterstützt die Streaming-Plattform die beliebtesten Sozialen Netzwerken wie Facebook (hier die meist genutzte App) und Twitter, sodass das Teilen von Playlists mit Freunden möglich ist. Wobei letzteres heutzutage schon als selbstverständlich gilt.

Diese Vorteile können auf verschiedene Geräte genossen werden, da für viele Geräte, selbstverständlich auch für mobile Geräte, den Nutzern eine qualitativ hochwertige Anwendung zur Verfügung gestellt wird.

Durch die Vielzahl der angebotenen Werbeformate ist die Auswahl an Werbemöglichkeiten für Werbenden groß. Da die Mehrzahl der Nutzer die kostenlose Variante des Dienstes nutzt, erreicht die gesetzte Werbung auch zahlreiche Anwender. Außerdem können Unternehmen auch mit der Bereitstellung von Playlists auf sich aufmerksam und erinnerbar machen. Mit Content-Targeting kann eine Marke Zielgruppengerichtet werben.

Den Künstlern zahlt Spotify für jedes abgespielte Lied, das von ihnen stammt, Tantiemen, sodass der Musikstreaming-Dienst als Geldeinnahmequelle für Künstlern dient. Ob jeder Künstler davon seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, ist aber sehr fraglich (siehe hier).

 

Geldströme – Revenue
Streams und Cost Structure

Den Kosten für Personal, Entwicklung und Lizenzen für Musikstücke stehen Werbeeinnahmen und Einnahmen durch Geschenkgutscheinen sowie den Premium-Abonnements (15 Mio. zahlende Nutzer im 4. Quartal 2014) gegenüber. Doch obwohl Spotify nach eigenen Angaben im Jahr 2013 (neuere Zahlen konnten wir nicht finden) einen Umsatz von 746,9 Mio. € verzeichnete, machte das Unternehmen 57,8 Mio. € Verlust.

Vermutlich wurde dieser Verlust durch die hohe Zahl der Neueinstellungen sowie die Erweiterung des Streaming-Angebots in weiteren Ländern verursacht.

 

Nicht nur Spotify allein – Key Partners

Spotify pflegt eine Vielzahl an Kooperationen. Die wohl wichtigste Kooperationen sind die mit den Plattenlabeln, weil durch diese erhält Spotify die Musiklizenzen. Ohne diese Lizenzen können die Musikstücke nicht auf der Plattform angeboten werden, was Auswirkungen auf die Größe der Musikbibliothek hätte.

Manche Kooperationen, wie z.B. mit der deutschen Telekom oder mit Radiosendern, dienen zur Erhöhung der Nutzeranzahl. Würden sich diese Kooperationen auflösen, dann könnten viele Nutzer den Dienst nicht mehr nutzen, die Anzahl der Nutzer würde sinken, was zur Folge hätte, dass weniger Werbeverträge mit Spotify abgeschlossen werden würden.

Wiederum andere Kooperationen, wie z.B. mit Endgeräthersteller wie Samsung aber auch mit Autoherstellern, werden mit dem Ziel abgeschlossen, die Verbreitung von Spotify zu erhöhen. Würden sich diese Kooperationen auflösen, könnten viele Nutzer die Applikationen auf diesen Geräten nicht mehr nutzen, was zur großer Unzufriedenheit der Nutzer führen dürfte.

 

Einordnung des Geschäftsmodells

Die Grundfunktionalitäten der Spotify-Plattform können kostenlos genutzt werden. Diese Variante wird von der Mehrheit der Anwender genutzt. Eine Erweiterung der Funktionalitäten sowie Werbefreiheit kann durch den Abschluss eines kostenpflichtigen Abonnements, in Form eines Premium-Accounts, erreicht werden. Die Menge der zahlenden Nutzer bilden eine Minderheit. Aus diesem Grund haben wir das Geschäftsmodell von Spotify dem Pattern Freemium, nach dem Buch „Business Model Generation“ von Osterwalder und Pigneur, zugeordnet.

 

Fazit

Die Arbeit an der Analyse des Geschäftsmodells anhand eines Business Model Canvas hat viel Spaß gemacht. In diesem Rahmen ist unsere Gruppe zur folgenden Gesamtbewertung des Geschäftsmodells gekommen:

Die Beliebtheit von Spotify wird steigen, weil der Dienst kostenlos und vor allem legal ist, weshalb immer mehr Leute den Dienst nutzen. Dies steigert die Anzahl der zahlenden Nutzer, auch wenn sie im Vergleich zur kostenlose Nutzergruppe weiterhin eine Minderheit bilden. Folgt man der Prognose von PwC, wird sich der Umsatz im digitalen Musikmarkt bis zum Jahr 2018 fast verdoppeln. Hinzu kommt der Wandel des Musikmarktes, der sich in der steigenden Nachfrage nach Musikstreams äußert. Siehe Infografik.

Aus diesen Gründen hat das Unternehmen aus unserer Sicht eine erfolgreiche Zukunft.


Quelle:http://de.slideshare.net/mgroeschel/business-modelcanvas-spotifysommersemester2015vlebi?ref=https://ebusiness2020.wordpress.com/?p=127&preview=true&preview_id=127&preview_nonce=5e336dba28&post_format=standard

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3 Antworten zu “Geschäftsmodell unter der Lupe: Spotify

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